Krämerei Museum Schenkenfelden

🚴Truppe - Sepp, Manfred, Fredi K, Karl, Ernst, Franz, Alfred und Gerhard
Datum - 07.10.2026 ☀️ 24°C
🕙 Abfahrt - Mittwoch 9:00h
Länge - 73 km _Höhenmeter - 1371 Hm
Zeit - 6 Stunden
🍽️ 🍻 - Marktschank Schenkenfelden
Konditionen - 🌑🌑🌑
Können - 🌑🌑🌑
Am wahrscheinlich letzten wunderschönen Herbsttag beschlossen wir, hinauf nach Schenkenfelden zu radeln. Schon um 9 Uhr schien die Sonne strahlend vom blauen Himmel und die Luft ist frisch und klar, genau so, wie es im beginnenden Herbst ist, nicht kalt, aber schon mit diesem feinen Hauch von -jetzt wird’s bald anders-. Wir acht GenussRadler machten uns auf den Weg nach Katsdorf. Dort stieß Manfred zu uns, und die Fahrt ging weiter über Langewiesen nach Schweinbach. Es war gspassig und es wurde eifrig geplaudert und so passierte es, dass wir ein paar Radlerfreunde aus den Augen verloren. Nach wenigen Minuten waren wir alle wieder vereint und rollten weiter, vorbei am Freibad und hinauf auf einem urigen Waldweg Richtung Veitsdorf.

Zwischen den Bäumen fiel das Licht weich auf den Waldboden und das Schloss Riedegg ragt hoch über die Baumwipfel hinaus und thront über dem Gusental und als wir weiterfuhren, konnten wir sehen wie sich die Landschaft langsam in warme Farben kleidet. Es ging vorbei an tiefen Rinnen, die wahrscheinlich vom Regen des Vorjahres stammten und so führte uns der wunderschöne Weg bergauf. Schließlich erreichten wir wieder die Straße und ein entzückendes Wegerl brachte uns durch ein Waldstück weiter Richtung Veitsdorf.

Dann kam ein traumhaftes Güterwegerl das sich ruhig zwischen Feldern und Wiesen dahin zog und nach einem kurzen Stück durch den Wald erreichten wir den Güterweg Nussbaumer. Von dort ging’s durch Würschendorf weiter, hier öffnete sich ein beeindruckender Blick hinüber nach Altenberg und man konnte förmlich spüren, wie der Herbst Schritt für Schritt näherkommt. Felder waren bereits bearbeitet, die braune Erde setzte einen warmen Kontrast zu den grünen Wiesen, so ein tiefgrün, als würde die Natur noch einmal ihre Kraft zeigen, bevor sie endgültig in eine ruhigere Phase übergeht.

Wir radelten über tolle Feldwege nach Ramersdorf, vorbei am Mostbauer Gassner und weiter hinein ins Steinbach Tal. Die Wege schenkten uns immer wieder neue Ansichten, dort ein Stück Wald, dann wieder Wiese, ein steiler Anstieg, dann ein Abschnitt, der sich wie eine kleine Erholung anfühlte. Schließlich führte unsere Route hinaus nach Kottingerdorf und weiter nach Kelzendorf. Beim Anstieg nach Kaining waren unsere Gemsen wieder schneller als alles andere und mit Sepp und Ernst an der Spitze wurde das Tempo lebendiger und sobald’s passte, schoben sich unsere Fredis von hinten mit einem freundlichen -Attacke- nach vorne.

Nach Renning ging es weiter hinauf nach Haibach und der Blick ins Gusental war wirklich grandios. Wälder wechselten mit Wiesen, die tief ins Tal reichten und einzelne Bäume begannen schon ihre braun-orange Töne zu zeigen. Mittlerweile wurde es richtig warm und die letzten Jacken wanderten in die Taschen. Schließlich begrüßte uns die Kirche von Reichenau und wir biegen ein auf den Güterweg Hochgarten. Die Wiesen wurden jetzt flacher, große grüne Weiden mit mehreren riesigen Rinderherden begleiteten uns, bis es hinein nach Schild und weiter nach Schenkenfelden ging.

Dort kehrten wir im Marktschank direkt am großen Dorfplatz ein. Wir speisten vorzüglich und waren richtig überrascht, wie schnell unser Essen auf dem Tisch stand. Danach erwartete uns noch ein ganz besonderes Erlebnis, Frau Tischler führte uns ins Gerstlhaus mit dem Krämereimuseum und der kleinen Poststation. In dem Laden wurde die Geschichte der letzten 100 Jahre greifbar und überall warteten wunderbare Exponate darauf, entdeckt zu werden. Von Hüten über Ersatzteile für Öllampen und altes Spielzeug bis hin zu Werkzeug zum Wäschewaschen oder Töpfen in allen Variationen. Man konnte sich kaum sattsehen. Neun Schenkenfelder hatten damals einen Telefonanschluss und verbunden wurden sie über die Poststelle, wo auch Briefe angenommen wurden und in der winzigen Trafik wurden Tabakwaren verkauft. Sogar ein altes Klavier war zu sehen, auf dem Künstler im kleinen Raum Konzerte geben. Es war beeindruckend und Frau Tischler verstand es, mit ihren Erzählungen echten Eindruck zu hinterlassen.

Frisch gestärkt brachen wir auf Richtung Hirschbach. Wieder führte unsere Route über Güterwege und schmale Pfaden zur Quelle der kleinen Gusen. Danach kamen wir aus dem Wäldchen heraus und radelten durch Hirschbach, das wirkte wie stillgelegt, niemand war zu sehen, alles war ruhig. Wir gleiten jetzt ins Tal der lieblichen Gusen, das sich uns heute in seiner vollen Schönheit zeigte. Hier konnte man die Natur förmlich riechen, die Bäume ließen schon Blätter fallen, der Bach schlängelte sich ruhig durch die Wiesen. Franz trat plötzlich noch einmal ordentlich in die Pedale, bis wir nach Lamm den Weg vorbei an Häusern nahmen, die direkt neben unserer Route lagen. Im Anstieg auf dem Waldweg zog auch noch Karl an und für einen Moment radelten Manfred und ich tatsächlich ganz alleine durch diese verträumte Wildnis.

Nach der Stroblmühle wartete nun noch ein kräftiger Anstieg auf dem schottrigen Güterweg hinauf zur Brücke über die S10. Jetzt aber nahm die Truppe richtig Fahrt auf, Sepp und Ernst waren bei den schnellen Anfahrten zum Gveichter kaum zu bremsen. Wir radeln durch Silberbach und die Burschen wirbelten vor mir ordentlich Staub auf, da half nur bremsen und langsam in die letzte Steigung hinein cruisen. Oben angekommen wurden wir von Silvia und Fredi herzlich erwartet. Neben gutem Kaffee gab es kaltes Mineralwasser und die herrliche Schach-Torte, einfach ein Traum. Silvia meinte, sie würde diese Torte so oft anbieten, bis jemand fragt, wie man dieses Muster hinbekommt. Und wenn da jemand zu fragen gewagt hätte, wäre es vermutlich nicht mehr gutzumachen gewesen, so bleibt’s wieder bei der Vorfreude auf die nächste Geschmacks-Explosion. Silvia und Fredi, Danke für die so herzliche Einladung.

So ging eine wunderschöne Radreise zu Ende, warm war's und mit viel Sonnenschein, auf einer Strecke voller Überraschungen und bezaubernder Wegerl. Vor allem bleibt uns aber die schöne Mühlviertler Landschaft in Erinnerung, die Wiesen, die mit dem Licht des frühen Herbstes nachdunkeln und die Wälder, die schon ein erstes Zeichen setzten, wie schön dieser Übergang zum Herbst sein kann.
Burschen, danke, dass ihr dabei wart.

