Christkindl bei Steyr

🚴Truppe - Sepp, Dietmar, Ernst, Max, Franz, Alfred und Gerhard
Datum - 13.10.2026 ☀️ 15°C
🕙 Abfahrt - Dienstag 9:30h
Länge - 102 km _Höhenmeter - 1158 Hm
Zeit - 6,5 Stunden
🍽️ 🍻 - Seidl Bräu - Steyr
Konditionen - 🌑🌑🌑🌑
Können - 🌑🌑
Heute treffen wir uns bei frischen 6 Grad, aber voller Vorfreude beim Wiesbauern Kreuz. Sieben GenussRadler mit der klaren Idee, 100 km sollen es werden und mit dem besonderen Ziel, der Wallfahrtskirche Christkindl bei Steyr. 9:30 Uhr ist der Startschuss und wir hatten uns ordentlich eingepackt, nur Sepp machte sich mit kurzer Hose auf die Reise, als wäre die Kälte bloß eine Fußnote. Wir rollen zusammen los.
Die Sonne hängt wie eine glühende Kugel am tiefblauen Azurhimmel und so hegen wir die Hoffnung, das sich mit jedem Kilometer die Kälte etwas leichter anfühlt. Aber noch liegt über unserem Weg diese klare, kühle Luft und wir radeln am Güterweg Greinsberg hinüber nach Blindendorf und weiter übern Frankenberg. Unsere Radl laufen den Berg hinunter Richtung St. Georgen, über der Donau liegt ein leichter Schleiernebel und auch im Welser Becken steht der Schleier tief in der Landschaft.

Unsere Route führt uns auf bekannten Wegen, zuerst durch Asten und dann nach Samesleiten, wo es gleich ein wenig nach oben geht. Ernst, Sepp und Dietmar ziehen gleich am Anfang nach vorne und so rollten wir über wunderschöne Güterwege, wobei es mich freut, daß auch für unseren Rad Pionier Max diese Wegerl noch fremd sind. Hier schlägt die Landschaft ihren ganz eigenen Ton an und der Herbst zeigte sich mit jedem Blick. In der Luft lag dieses Aroma von bearbeiteter Erde und die Felder breiteten sich vor uns aus wie riesige, braune Teppiche und hier und da blicken kleine Jungpflanzen zärtlich aus dem Boden. Die Gehöfte waren groß und stattlich und rund um sie herum schmiegten sich riesige Wiesen, Felder und kleine Wälder in die leicht hügelige Landschaft.

Der Weg fordert uns anschließend im einem ständigen Wechsel mit bergab und bergauf. Während wir über schöne Feldwege vorbei an Hofkirchen gleiten, erzählt Franz bildhaft von der gestrigen LASK Niederlage und von den Paraden seines Neffen Luki. Inzwischen wird die Temperatur recht angenehm und nicht nur wir spüren den Übergang, aus dem Wald heraus trauen sich zwei Rehe in die Nähe unseres Weges und irgendwie überfällt mich das Gefühl, als hätte es der Tag ein bisschen weniger eilig als sonst.

Weiter rollen wir Richtung Steyr. Die Wiesen wirken jetzt grüner und weicher und die Wälder tragen dieses wunderschöne herbstliche Gelb- braun- orange. Am Horizont recken sich nun die Gipfel der Alpen aus der Nebelhülle und das schemenhafte Bergpanorama wirkt für einen Moment fast zu groß für den Blick. Wir radeln an Wolfern vorbei und es geht weiter hinauf auf den höchsten Punkt unserer heutigen Tour. Hier öffnet sich der Blick hinüber nach Steyr, etwas weiter dahinter ist sogar der Ötscher erkennbar.

Schließlich führte uns der Weg hinunter zum Fluss Steyr, die zwar ziemlich wenig Wasser führt und doch springt sie über kleine Wehre hinweg und plätschert dabei leise vor sich hin. Plötzlich wurde sie sichtbar, hoch oben, die imposante Kirche von Christkindl. Da war kein langes Zögern mehr nötig, durchatmen und es ging schneidig bergauf, bis wir die Wallfahrtskirche erreichten. Beeindruckt stehen wir vor diesem so berühmten Gebäude. Drinnen zeigt sich die Kirche wunderschön, still und im eigenen Licht. Noch ein paar Erinnerungsfotos und schon radeln wir am Christkindl Weg hinein in das Zentrum der Stadt.

Steyr selbst empfing uns mit ihren lieblichen engen Gassen. Am historischen Stadtplatz rollen wir vorbei an Spaziergängern, die durch die schönen Straßen schlendern und vorbei am Bummerlhaus, dem Steyr-Wahrzeichen. Noch über eine Brücke, unter uns der Zusammenfluss von Steyr und Enns und zwischen den Häuserzeilen erreichen wir schließlich das Seidl Bräu. Nach 53 km kommt die Pause genau richtig. Die Gaststube war bummvoll und genau das machte es so gemütlich, auch das Personal war extrem freundlich, als wäre es selbstverständlich, dass man nach einer schönen Tour gut aufgehoben ist. Das Essen war wirklich köstlich und nach etwa einer Stunde heißt es, entlang der Enns hinaus aus der Stadt, durch Hausleiten und weiter auf herrlichen Radwegen gegenüber von Haidershofen. Der Fluss ist hier gestaut, liegt ruhig in seinem Becken und die Wege daneben führen uns entspannt weiter.

Wir folgen unserer Route, lassen das kleine Kraftwerk Staning hinter uns und radeln auf dem Güterweg Winkling hinein nach Kronstorf. Alfred hat dabei wieder seinen besonderen Fahrstil, fast bei jeder Abzweigung wird erst einmal falsch herum getestet, einfach schön wie er seine gesunde Kindlichkeit und Verspieltheit bewahrt. Auf einem tollen Wegerl durch die Enns Auen geht es weiter nach Thaling und etwas später bei Hiesendorf begrüßt uns die alte Römerstadt Enns. Jetzt noch über die Brücke und die Route führt uns durch Ennsdorf und weiter geht’s am Feldwegerl entlang Richtung Windpassing. Bei starkem nachmittags Verkehr radeln wir wieder über die Donau nach Mauthausen und vorbei am Bahnhof nehmen wir den letzten schweren Anstieg in Angriff, hinauf nach Ried.

Doch dann, als hätten wer einen Schalter umgelegt, wurde es plötzlich schnell. Sepp, Dietmar und Ernst gaben vorne das höllische Tempo vor, bei den Anstiegen gab es kein Nachkommen. Wer dranblieb, war mitten im Geschehen, wer zurückfiel, musste sich neuen Atem holen und sich neu orientieren.
Und dann, ganz am Ende, kommt das schönste Zurückkommen. Franz und Maria haben zum Abschluss Getränk eingeladen und Maria wartete schon auf uns, mit Kaffee und mit ihrem freundlichen Lächeln. Franz kredenzte noch ein besonders Tröpfchen, Moststurm, von herrlicher Farbe und mit einem tollen Geschmack, der diesen Herbst in flüssiger Form festhielt. Und dann kam das Highlight, von dem wir hinterher noch lange sprechen werden, Marias Wespennest. Eine Mehlspeise, so besonders gut, mit Schokolade, Rosinen und Nüssen und oben drauf eine Zucker-Glasur, die glänzte wie ein kleines Versprechen. Mir fehlen die Worte, so köstlich schmeckte das. Es wird noch ein wenig geplaudert, gelacht und am Ende ist da diese gemütliche Atmosphäre, in der man sich zufrieden verabschiedet.
Danke fürs Dabeisein und ein besonderes, großes Dankeschön an Maria und Franz für die Einladung, für die köstliche, süße Verführung und diese warmherzige Art, wie ihr den Tag für uns abrundet.
