Weltuntergangssteine und Zigeuner Buche

🚴Truppe - Hanni, Rosi, Wolf, Sybille, Silvia, Fredi, Ingrid und Gerhard
Datum - 20.September 2025 ☀️ 25°C🕙
Abfahrt - Samstag 10:00h
Länge - 67 km _Höhenmeter - 1300 Hm Zeit - 5 Std🍽️ 🍻 - Wirt auf da Fürling Konditionen - 🌑🌑🌑
Können - 🌑🌑🌑
Bei wunderbarem Sonnenschein und wolkenlosem Himmel brechen wir zu acht auf nach St. Leonhard. Über Meitschenhof radeln wir gleich bergauf nach Pregarten. Ingrid fährt voraus und nach wenigen Minuten ist nur noch ein bunter Punkt am Horizont zu sehen. Auch Wolf kämpft sich die Hügel hinauf, als gäbe es kein Morgen. So erreichen wir recht zügig Pregarten, wo Sybille schon auf uns wartet. Gemeinsam radeln wir nun weiter nach Pregartsdorf und schon nach wenigen Metern öffnet sich ein herrliches Panorama hinunter zur Stadt und auf Wartberg, das sich an den Hügel am Horizont schmiegte. Ein kleiner Stopp bei der lieblichen Kapelle, bevor es weitergeht auf dem verkehrsfreien Strasserl nach Guttenbrunn und hinauf nach Hundsdorf. Hier ist die Maisernte in vollem Gang und der Duft feuchter Erde zieht durchs Land. Sybille übernimmt nun meist die Spitze unserer kleinen Gruppe.

Pferdeaugen beobachten uns neugierig, während wir die herrliche Aussicht genießen. Schemenhaft ragen die Alpen am Horizont hervor. Nun erreichen wir Gutau, es ist dort recht ruhig, nur ein paar Radfahrer queren unsere Strecke. Für uns geht's hinaus nach Lehen, dort weckt ein Holzhaus das Interesse unserer Fotografin, bevor es zwischen kleinen Hainen mit großen Granitsteinen und Laubbäumen weitergeht. Einige Bäume streifen langsam ihr Sommerkleid ab und die bunten Blätter lassen unsere Räder lautlos darüber gleiten. Am Anstieg hinauf nach Erdmannsdorf radeln wir vorbei an Weiden, auf denen dutzende Rinder gemütlich grasen. Einige liegen im Gras, andere fressen gemächlich, wieder andere verfolgen uns mit neugierigem Blick. Aber jetzt geht es endlich hinunter zum Wirt in der Fürling. Hier kehren wir ein und speisen hervorragend. Am gegenüberliegenden Berg ist St.Leonhard bereits zu sehen, ganz oben lehnen sich die Häuser in den Hang.

Über den Güterweg Schnabling, begleitet vom Schnablinger Bach, gleiten wir hinunter ins Tal und erreichen Stampfendorf. Jetzt geht’s aber wieder steil bergauf, am Herzogreither Weg scheinen die Sonnenstrahlen wunderbar auf unsere Schultern. Der Duft von Heu erfüllt die Luft und Bauern mit großen Traktoren bringen ihre Ernte ein. Wir kommen zur Zigeunerbuche, einem gigantischen Baum mit einem enormen Dach aus Ästen und Zweigen. Hanni radelt den letzten Anstieg hinein in den kleinen Ort, mit gleichmäßiger Gelassenheit, als würde es eben dahin gehen. Eine Kirche, um die sich die Häuser scharren, empfängt uns. Die Sonne spiegelt sich an den Dächern und liebevoll begrüßt uns der kleine, verträumte Ort.

Wir radeln weiter auf den schmalen Straßen zu den Weltuntergangssteinen, die sich langsam einander annähern. Sybille verspricht, mit uns in etwa 20 Jahren nochmals herzukommen, um zu überprüfen, wie weit der Annäherungsprozess gediehen ist. Nach einer kurzen Abfahrt geht es wieder hinauf nach Wenigfirling. Fichten, Eichen und Ahorn werfen ihr schattiges Muster aufs Land und wir radeln der wunderschönen, beeindruckenden Hügellandschaft mit moosbewachsenen stattlichen Steinen und endlosen Wäldern vergnügt nach oben. Es ist geschafft, ab jetzt geht es etwa 30 Kilometer ohne nennenswerte Anstrengung dahin. Wir fahren vorbei an einem Bauernhof mit weidenden Kühen, die auf einem tiefgrünen Wiesenband die Sonne genießen. Begleitet vom Rauschen des Arzinger Baches, der hier ins Tal fließt, rollen wir ins Stampfental. Der junge Stampfenbach begrüßt uns, nachdem er von Armesreith herab ins traumhafte kleine Tal fließt. Hier beginnt nun das Stampfental in seiner vollen Pracht. Das Tal öffnet sich wie ein grünes Labyrinth und der Duft von Heu hängt in der Luft, gemischt mit dem süßen Geruch der frisch gemähten Wiesen, die nun in schillerndem Grün leuchten, während über uns Vögel ihr Lied zwitschern. Der Stampfenbach plätschert durchs Tal, gluckernd und ruhig und zieht feine Wasserspuren in den Sand am Ufer. Kleine Inseln mit wilden Gräsern schwimmen wie schmale Smaragdinseln im klaren Wasser, während die Ufer von Gras- und Weidenbändern gesäumt sind. Die Sonne malt noch ein glitzerndes Muster auf das Wasser und die leichte Brise trägt das leise Rascheln der Blätter zu uns herüber. Ein wunderbares Tal, das uns einlädt, innezuhalten und die Welt in langsamen Zügen zu genießen. Wir folgen dem Wegerl, hinaus aus dem Sonne durchflutenden Tal und radeln noch einige Zeit entlang des Baches, der über die vielen Steine im Bachbett hüpfend in die Waldaist mündet.

Wir radeln nun entlang der Waldaist, auf einer schönen Straße, umgeben von mächtigen Hügeln mit leicht herbstlichen Wäldern und neben der atemberaubenden Flusslandschaft hinaus nach Reichenstein. Rosi freut sich schon auf ein kühles Getränk in der Taverne Reichenstein, wo sich auch Fredi sein obligatorisches Eis gönnt und so radeln wir wieder voller Elan zur Pfahnlmühle. Dort umweht uns noch der süße Duft von Vanille, kommend von der große Mühle am anderen Ufer. Sybille geht nun wieder eigene Wege und radelt Richtung Heimat, Tschüss Sybille. Wir folgen noch unserer Route nach Hohensteg und am letzten Anstieg in Thal preschen Ingrid und Silvia förmlich hinauf.

Nach 67 Kilometern und 1300 Höhenmetern endet nun unsere lustige, wunderschöne Tour.
In diesen Augenblicken wird klar, es gibt nichts Schöneres, als diese unvergesslichen Stunden mit guten Freunden, umgeben von einer Welt voller Wunder, zu teilen. Das Radeln wird zur Symphonie aus Freiheit, Glück und Verbundenheit – ein Moment, der im Herzen unvergänglich bleibt, danke daß ihr dabei wart.
