Schloß Vestenthal

🚴Truppe - Sepp, Dietmar, Fredi K, Ernst und Gerhard
Datum - 14.August 2026 ☀️ 30°C
🕙 Abfahrt - Freitag 7:30h
Länge - 96 km _Höhenmeter - 996 Hm
Zeit - 6 Stunden
🍽️ 🍻 - Thalinger Hof
Konditionen - 🌑🌑🌑🌑
Können - 🌑🌑
Nach den vielen Höhenmetern der letzten Touren lag heute etwas ganz anderes in der Luft, so entschied Ich mich bewusst für eine längere Runde dafür mit spürbar weniger Anstieg. Also brachen wir bereits um 7:30 Uhr vom Kirchenplatz in Ried auf, frisch, erwartungsvoll und mit dieser besonderen Vorfreude, die sich einstellt, wenn ich nicht genau weiß was der Tag bringen wird. Bürgermeister Christian Tauschek begrüßte uns fünf GenussRadlern kurz am Ortsplatz bevor uns die Route gemächlich nach unten Richtung Mauthausen schickte.
Die Luft war klar und während die ersten Kilometer wie von selbst dahinrollten, wurde schnell klar, das ist genau die Art von Radtour, bei der man nicht nur Kilometer sammelt, sondern auch die Leichtigkeit in den Beinen braucht.

In Mauthausen überquerten wir die Donaubrücke, danach ging es ein Stück durch den Auwald, bis uns der Unterwasserkanal wieder in eine andere Landschaft eintauchen ließ. Richtung Albing nahmen wir dann einen Wiesenweg, der sich freundlich durch die Gegend schlängelt. Mattsee lag vor uns, der Sportplatz in St. Pantaleon war ein weiterer kurzer Fixpunkt und Ernst erzählte zwischendurch ein wenig von seinem Mallorca-Urlaub. So wurde aus Radeln fast ein gemeinsames Erzählen und die Strecke fühlte sich richtig kurzweilig an.
Bei Klein Erla ging’s dann hinunter, weil den steilen Aufstieg nach Erla nahmen wir heute bewusst nicht als Herausforderung. Stattdessen wählten wir den Weg über die Straße nach Altenhofen, etwas mehr Verkehrsaufkommen, dafür aber ein ruhigeres Cruisen. Auf der Bachstraße rollten wir entspannt hinein in die Stadt St. Valentin, durchquerten das Stadtgebiet auf teils netten, schmalen Wegerl und gleiteten dabei entlang der Eisenbahn hinaus Richtung Gutenhofen.

Dann begann der Teil, der wieder zeigte, dass es auch heute kein Spaziergang ist. Auf einem Wiesenweg stiegen wir hinauf zur Moarhansl Kapelle. Oben erwartete uns mehr als nur eine Aussicht, die Landschaft breitete sich vor uns aus wie ein Panorama, hinunter nach Viehdorf und weit hinaus ins Mühlviertel, was für ein Blick, was für eine Aussicht. Und nachdem wir diese wunderbare Weite bestaunten, ließen wir die Räder wieder bergab rollen.
Weiter führte uns die Moststraße durch eine wunderschöne Gegend. Die Berge wirkten plötzlich näher, fast zum Greifen nahe. So entspannten wir uns bei toller Aussicht in der Abfahrt hinab in den Ort Vestenthal. Dort ist es noch immer recht ruhig und der ersten Eindruck sind zwei mächtige Türme einer Futtermittelfabrik, die über dem Ort hinausragen.

Doch auch Vestenthal hat seine eigene, liebliche Magie. Wieder hieß es, raus aus dem kleinen Ort, ein Stück hinauf, bis ein wunderschönes Wegerl uns der Erla entlangführte. In einer kleinen Mulde, fast wie ein Geheimtipp, erreichten wir das Wasserschloss Vestenthal. Was für ein Anblick. Das Schloss wirkt, als wäre es nicht einfach gebaut worden, umgeben von Ruhe und Wasser, als hätte die Natur hier mitgeplant. Auf drei Seiten schließt ein Wassergraben die Mauern ein und darin schwimmen zwei zauberhafte Schwäne, die ihre Spuren durchs Wasser ziehen, während Ausläufer des Erla-Baches und Oberflächenwasser der Umgebung den Wassergraben befüllt halten. Sogar Koi-Karpfen waren zu sehen und ein riesiger Baum ziert den prächtigen Park.
Von dieser Schönheit ging es über Wiesen und Feldwegerl nach Haidershofen. Entlang der Rudolfsbahn führte uns die Straße am Enns-Stausee vorbei. Und dann öffnete sich ein weiteres eindrucksvolles Bild, hunderte Schwäne schwammen im See, weiße Farbtupfer im leicht welligen, blauen Wasser. Ein paar Kilometer später fuhren wir am Damm entlang, passierten das Umspannwerk und wechselten über das Kraftwerk Ernsthofen wieder zurück nach Oberösterreich.
Nach einem kurzen Abstecher durch Kronstorf nahmen wir urige Pfade durch die Ennser Aulandschaft und so erreichten wir Unterhaus und schließlich Thaling. Im Thalinger Hof machten wir unsere verdiente Rast und verdient war es wirklich. Dann brachen wir wieder auf und als es ein wenig hinauf ging, waren Sepp und Fredi wieder ganz vorn zu finden.

Über bekannte Wege ging es weiter nach Hiesenbach. Von der Seite begegneten wir nun Enns und von dort nahmen wir Kurs zur Fähre nach Mauthausen. Für Dietmar war das sogar die allererste Fahrt hier über die Donau, ein Ereignis also und natürlich standen wir an seiner Seite, so wie man es eben in einer guten Runde macht, mit Aufmunterung, dass niemanden etwas passieren wird. Im Wienergraben ging es dann wieder hinauf nach Ried. Vorbei am Bogenschießen rollten wir beschwingt auf der schattigen Straße weiter nach Anzendorf und schließlich nach Ried Dorf. Den krönenden Abschluss machte wir bei Ernst und Martina, die uns zu Kaffee und kühles Mineralwasser einluden, dazu köstliche Mehlspeisen. Martina und Ernst, ein herzliches Dankeschön für diese wunderbare Einladung.
Mit lustigen Gesprächen endete für Ernst schließlich seine kleine Reise. Für uns jedoch ging es noch weiter, ein paar Kilometer lagen noch vor uns. So führte uns der Weg hinauf nach Hochstraß und dann war bald Schluss. 96 km und 996 Höhenmeter standen am Ende auf dem Display.
Es war wieder eine wunderschöne Ausfahrt. Mit der Moarhansl-Kapelle und dem Schloss Vestenthal haben wir zwei schöne Bauten besucht, oben am Berg dieses Staunen über die weite Aussicht und dann das Wasserschloss, einzigartig, märchenhaft, so beeindruckend, dass es einem kurz die Sprache verschlägt. Dazu traumhaftes Wetter, gute Stimmung und eine lustige Truppe machten den Tag unvergesslich. Und mit einem Schnitt von fast 22 kmh, nun ja, einige hatten schon ihre Vermutungen, warum wir heute so flott unterwegs waren.
Ein herzliches Danke, daß ihr heute dabei wart.
