Schloß Arbing

🚴Truppe - Fredi K, Ernst, Karl, Franz, Johann und Gerhard
Datum - 27. August 2026 ☀️ 26°C
🕙 Abfahrt - Donnerstag 9:00h 
Länge - 77 km _Höhenmeter - 1251 Hm
Zeit - 6 Stunden
🍽️ 🍻 - Taverne Schloss Arbing 
Konditionen - 🌑🌑🌑
Können         - 🌑🌑🌑
Sechs Genussradler rollen heute hinaus zum Schloß Arbing und das Radlwetter meint es wirklich gut mit uns. Wir treffen einander an der Kreuzung in Thal, wo ein paar Wolken gemächlich über den azurblauen Himmel ziehen und während die Temperatur längst über 20 Grad klettert, klettern wir mit frischem Schwung den Waldweg hinauf zur Stranzberg Spitze. Oben angekommen, wartet unsere bekannte Route nach Mistelberg. Über Wiesenwege und urige Straßen gleitet die Fahrt dahin und vor Tragwein wird es kurz langsamer, ein paar Hundebesitzer drehen mit ihren Lieblingen die Morgenrunde, es ist auch für die Tiere Zeit zum Genießen.
Wir halten jetzt Kurs zum Kettenbach und über ein Wegerl führt der Weg durch den Wald am Hennberg entlang. Noch ein steiler Aufstieg, der für ordentlich brennende Beine sorgt, ehe wir wieder ein Stück hinuntergleiten. Es geht nun hinauf zum Meierhof und setzen dann unseren Weg Richtung Brawinkl fort. Franz und Johann sind heute wieder besonders gut drauf, mit ihnen spritzigen Sprüchen sorgen sie für heitere Stimmung auf der Strecke.
Von da ab führt uns die Fahrt ins Naarntal, und der nächste Anstieg wartet bereits. Nach Rechberg müssen wir auf der Straße hinauf, denn der Weg abseits der Straße ist leider mit einem Tor versperrt. In Rechberg steigen wir noch ein Stück den Panoramaweg hinauf und ab diesem Moment heißt es, endlich viel bergab. Bei herrlicher Fernsicht rollen wir schließlich bei Kemet einen der schönsten Landstriche hinunter, der zugleich sanft und beeindruckend wirkt. Sanfte Hügel, die sich wie ruhige, grüne Wellen ins Tal senken, der Schatten der Bäume der über einer Rinderherde wacht und dazwischen das Lebendige einer Maisernte. Es ist diese Mischung, die nach Spätsommer riecht, erdig, sonnig und doch voller Ruhe.
Am Wiesenweg biegen wir schließlich ab und fahren hinunter zum Modlerbach. Dort empfängt uns ein lieblicher Märchenpark, der sich ans Wasser schmiegt. Figuren stehen nicht einfach nur da, sie wirken, als wären sie ein Teil des kleinen Baches. Ein kleines Wasserrad und weiter unten wartet eine kleine Wassermühle, ebenfalls verziert mit Figuren, die eine zum Staunen bringen. In einem kleinen Brunnen finden kühle Getränke ihren Platz und eine Holzleiter lädt ein, den Bach zu überqueren. Man bleibt hier fast einen Moment zu lange stehen, denn an diesen wunderschönen Ort kann man nicht einfach vorbei fahren.
Und genau so schön fühlt es sich auch an, als wir anschließend auf einem herrlichen Waldweg Richtung Münzbach weiterfahren. Dort radeln wir durch den ruhigen Ort und über Mollnegg schlagen wir den Weg nach Arbing ein. Schon von weitem ist der alte Schlossturm zu sehen. Die Straße schmiegt sich in den Hang und schlängelt sich hinein, bis wir schließlich dort ankommen, wo sich unser heutiges Ziel verbirgt, das Schloss Arbing. Johann ist überall, einmal ganz vorne, dann wieder etwas weiter hinten, immer auf der Jagd nach den besten Schnappschüssen.
Schließlich erreichen wir das Wohngebäude des alten Schlosses und es wirkt, als hätte sich hier über Jahrhunderte nicht viel verändert, stille Steine, ruhige Atmosphäre und genau in diesem Erdgeschoss liegt heute das Schloss Gasthaus Schweiger und natürlich kehren wir dort ein. Wir werden genau so verköstigt, wie man es sich nach einer längeren Tour wünscht, sehr gutes Essen, reichlich und mit dieser herzlichen Wärme, die man sich nicht kaufen kann. Der Turm bleibt jedoch verschlossen, der Blick von oben muss heute ausfallen. So brechen wir ein wenig wehmütig auf hinunter zur Bahnstrecke.
Auf Güterwegen radeln wir hinüber nach Strass. Diese Strecke ist uns neu und gerade das macht sie spannend. Sie zeigt sich abwechslungsreich, kurvig, lebendig, mit kleinen Überraschungen gespickt. In Straß führt uns der Weg durch die Auen hinaus zur Donau. Und dann ist er da, der große Fluss, auf dem entlang des Radwegs einiges los ist. Karl freut sich schon aufs Softeis. Also wird es schneller, ein bisschen mehr Tritt, ein bisschen mehr Vorfreude und schon gleitet unsere Gruppe nach Au hinein.
Am Donau Standl machen wir kurz Halt. Das traumhafte Tüten Eis fühlt sich wie ein kleines Geschenk an. Danach geht es weiter nach Hinterholz. Über ein super Schotterstraßerl rollen wir vorbei an Hinterholz 8 und erreichen Oberzirking. Hinauf nach Waging machen Ernst und Fredi ihre Überlegenheit spürbar. Einsam ziehen sie ihre Spur vorne weg und wir folgen in unserem Tempo, nicht als Nachteil, sondern eben als eigener Stil.
Wir durchqueren Ried, wo außer ein paar Bauarbeitern niemand zu sehen ist und kurven weiter am Schloß Grünau vorbei. Bei Wildberg wartet schließlich der letzte Anstieg auf uns und als es Richtung Abschluss geht, fordert der Weg noch einmal unsere letzten Kräfte heraus. Sonja beschenkt uns danach mit einem herrlichen Apfelstrudel samt Eis, dazu gibt es kühle Getränke und Kaffee, genau das Richtige nach all den Höhen und der langen, abwechslungsreichen Runde. Sonia und Karl, danke für eure unübertreffliche Gastfreundschaft. Danke für das Lächeln, die liebevolle Einladung und für die Herzlichkeit, die man bei Euch spürt.
Und so endet unsere Runde schließlich mit lustigen Beisammensein, mit Landschaften im Kopf und mit dem Gefühl, dass man so etwas gern wiederholen möchte.

Zu Beginn des 18. Jahrhunderts wurde Arbing neu gestaltet: Der Graben wurde zugeschüttet, die Mauer abgerissen und der einstige Palas wurde zu einem Schloss umgestaltet. 1906 verkaufte Graf Heinrich von Clam-Martinic das ruinös gewordene Schlossgebäude (ohne Kirche und Turm) an den Gastwirt Josef Schweiger.

Im Palas (Wohnbau) ist nun der Eingang zur Schlosstaverne von 1837. 

Der ehemalige Schlossturm ist nun der Kirchturm und der ehemalige Schlossplatz ist nun der Kirchplatz am Schlossberg.

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