MTB - Schwertberg-Ried-Wartberg

🚴Truppe - Sepp, Johann, Fredi K, Alfred, Karl , Franz, Max und Gerhard
Datum - 5.August 2026 ☀️ 36°C
🕙 Abfahrt - Mittwoch 7:30h
Länge - 54 km _Höhenmeter - 968 Hm
Zeit - 4 Stunden
🍽️ 🍻 - Hans Wurst in Gaisbach
Konditionen - 🌑🌑🌑
Können - 🌑🌑🌑
Gestern war der heißeste Tag, der je in Österreich gemessen wurde (41°C) und heute war's noch extremer mit 41,2°C, als hätte der Sommer beschlossen, endgültig bei uns klein Afrika entstehen zu lassen. Aber genau deshalb haben wir unser Radl-Abenteuer bereits um halb acht gestartet. Noch ist die Luft nicht zum Schneiden, noch liegt ein Hauch Morgenfrische über dem Land und weil man bei so einer Hitze möglichst schlau plant, wählte ich auch gleich eine Tour ganz in der Nähe.
Also starteten wir bei der Kreuzung Hartl und nahmen unsere Runde in Angriff. Und ich sag's ganz ehrlich, heute hat es mich riesig gefreut, wie viele GenussRadler sich zum Mitfahren angemeldet hatten. Acht!, bei dieser zu erwartenden Hitze! Damit habt ihr mir eine wirkliche Freude gemacht, so ein super Zeichen von Zusammenhalt und Lust auf's gemeinsame Draußen-Sein.

Unser Weg führte uns dann auf den Spuren des MTB Schwertberg hinunter zur Aist. Der Fluss ist hier zum teil gestaut und so wirkt er still, beharrlich, fast so, als würde er nichts von der Trockenheit wissen. Umso deutlicher sah man aber ringsum die lange Wassernot. Dort, wo Wiesen und Gärten sonst saftig und voll Leben waren, sind die grünen Teppiche längst ausgeblichen und bräunlich. Und während wir uns auf den urigen Pfaden durch die Landschaft bewegten, hatte man diesen Kontrast ständig vor Augen, hier das Wasser, dort das braune trauige Lied der Trockenheit.
So rollten wir hinunter nach Schwertberg und begegneten ein paar Hundeführer die gerade mit ihren treuen Wegbegleitern gassi gingen. Wir aber näherten uns dem Ort und gleiteten fast lautlos durch die Straßen.

Weiter ging es hinaus nach Furth. Max war jetzt ein Stück weiter vorne zu finden, nicht, um die Führung zu übernehmen, sondern weil er so dem Staub der Schotterstraßerl elegant entkam. So setzten wir unseren Rhythmus fort, über den Hinterholzweg nach Oberzirking, dann hinauf nach Waging. Irgendwann fanden wir auch ein schattiges Platzerl mit einer Holzbank und machten dort kurz Rast, genau in dem Moment, in dem die Luft zum Drücken begann.

Und während wir da so standen, blieb eine vorbeikommende Radlerin kurz stehen. Wenige Sekunde und zack, unsere Charmeure hatten wieder dieses Talent, Gespräche wie von selbst entstehen zu lassen. Ein paar Worte, ein bisschen Lachen und plötzlich fühlt sich selbst ein heißer Weg leichter an.
Aber es hieß, weiter. Also vorbei am Schloss Marbach hinunter zum Riederbach beim Kreuz Wirt. Locker und zuversichtlich nahmen wir anschließend die Wegerl Richtung Kronberger, rollten hinauf am Kollnerberg und weiter bis nach Danndorf. Wegerl, die sich lässig anfühlen, aber doch ihren Anteil an Konzentration abverlangen.

Vorne wurde es wieder schnell, wie’s sich so halt entwickelt, Alfred knallt los, Sepp und Fredi K ziehen nach und irgendwo fällt dabei der Satz, dass er jetzt schön langsam auf Betriebstemperatur komme. Die Sonne erwärmte inzwischen die Luft spürbar und dann erreichten wir Wildberg. Auf Wiesenwegen fuhren wir entlang bis nach Wachsreith, wo gleich die nächste kleine Hürde auf uns wartete. Der Weg ging hoch, wurde sandig und unsere Hinterräder gruben sich förmlich in den Untergrund hinein. Man spürte das Gelände, aber man merkte auch, jeder kämpft, jeder bleibt dran.

Wir umkurven Ruhstetten, dann wieder hinunter zu Eisenbahn. Max schoss das Güterwegerl richtig schneidig hinunter. Erst ging’s vorbei an seiner jahrelangen Heimat und danach weiter hinunter nach Bodendorf. Vorne sind die üblichen Fahrer zu finden, aber weiter hinten hatten Franz und Johann ihren Spaß, sie ließen sich von allem, was der Weg so mitbrachte, nicht aus der Ruhe bringen.

Als nächstes nahmen wir den Reitlingberg in Angriff. Steil zog sich der Waldweg im Hohlweg hinauf, dann ging’s weiter über wunderschöne Schotterstraßen bis zum Nastner. Von dort rollten unsere Räder zur Bahnstrecke und weiter auf einem schmalen Pfad entlang der Schienen, der irgendwie genau die richtige Abwechslung bot. In Arnberg nahmen wir schließlich den Waldweg hinunter zur Scheiben.

Mittlerweile war es auch im Wald schon merklich warm. Ein mächtiger Baum, der quer über unseren Weg lag, konnte uns nicht aufhalten, irgendwie ging's doch weiter. Nur eine Baustellenumleitung zwang uns auszuweichen, kurz hinüber über die B124 und dann weiter am Wiesenweg bis nach Friensdorf.
Und dann kam der Moment, der richtig steile Pfad nach Wartberg forderte unsere letzten Kräfte. Es ließ nicht nach, es ging weiter ordentlich steil hinauf, bis zur Wenzelskirche.

Dort blieben wir an einem der schönsten Punkte in Wartberg stehen und genossen im Schatten der Kirche die herrliche Aussicht. Ich hatte das Gefühl, als hätten uns die letzten Kilometer noch zusätzlich beflügelt, man kommt nach oben und obwohl die Beine brennen, wird der Blick plötzlich weit.
In unserer Truppe ist es immer gspassig – das ist fast schon Teil der Ausfahrt. Also ging's vergnügt weiter durch den menschenleeren Ort, vorbei am Friedhof hinauf zum Kalvarienberg.

Damit war unser letzter Aufstieg geschafft und jetzt durften wir endlich hinunterrollen. Richtung Steinpichl und über Wolfsegg erreichten wir schließlich Gaisbach.
Noch ein letzter Kilometer auf der Straße zum Hanswurst Joachim und es ist endlich Zeit für ein kühles Getränk und eine knackige Wurst. Dann war auch Schluss für heute. Insgesamt waren es rund 54 km und 968 Höhenmeter und nach außen hätte es fast nach einer gemütlicher Tour klingen können. Aber die vielen Schotterwege und das ständige Auf und Ab haben aus dieser Ausfahrt dann doch eine ziemliche Herausforderung gemacht.
Wir waren außerdem ziemlich flott unterwegs, genau deshalb konnten wir die Tour schon kurz nach 11 Uhr beenden, bevor die Nachmittags Hitze das Radeln sowieso unmöglich macht. Danke, dass ihr wieder dabei wart, so macht unser gemeinsames Unterwegssein einfach Freude.
