Keramik Garten Schiedlberg

Franz und Maria hatte ich angeboten mit ihnen nach Schiedlberg zu radeln. Ursprünglich wollte Franz einen Bekannten besuchen, doch der Plan verflüchtigte sich und so öffnete sich uns ein alternatives Programm. Ingrid, Silvia und Fredi waren heute ebenfalls mit von der Partie und Silvias Lachen versprühte gleich gute Laune, als wir uns um halb acht am Start versammelten. Der Himmel präsentierte sich in zarten, schneeweißen Wolkenbahnen, die Sonne stand hoch am Himmel und verwöhnte uns mit einem warmen, goldenen Licht. Zu sechst glitten wir nun hinab nach St. Georgen, weiter am Radweg bei Abwinden über die Donau. Ein Streckenabschnitt öffnete sich ins Augebiet und die Düfte von Heu und blühender Blumen verbreiteten sich in der Luft. Hier am Donauradweg tummelten sich die Menschen, Zelte wurden sorgfältig zusammengelegt, Läufer und Radfahrer suchten ihre Bahnen und wir ließen die Szene wie ein lebendiges Gemälde auf uns wirken. Nach Asten zog sich der Weg vorbei am Paneum, hinaus zum Summerauerhof und über dieses vertraute Stück Weg blieb unsere Orientierung noch gegenwärtig. Richtig majestätisch grüßte das Stift von der Anhöhe herab, als würde es uns mit einer stillen Einladung winken, während wir auf immer unbekannteren, sanften Wegerl tiefer in eine wunderschöne Landschaft eintauchten. Niederfrauenleiten zeigt uns Felder in allen Grüntönen und die prächtigen Bauernhöfe wirkten wie stille Wächter über das Getreide, das sich sanft im Winde wiegte. Von einer kleinen Anhöhe aus blickten wir hinunter nach Niederneukirchen, wo uns ein einladender Garten erwartet.

Frau Lengauer, die Hausherrin, empfing uns am Eingangstor zu ihrem Keramik Garten, als würden sie alte Freunde begrüßen. Gleich zu Anfang ein kleiner Schwimmteich, klar und einladend, mit einer sanften Stiege, das Wasser sprudelte aus kleinen Ausläufen ins Becken und Libellen zogen kreisende Bahnen in die Luft. Frau Lengauer kannte jede Rose und jeden Strauch mit Namen und erzählte zu jeder Pflanze eine kleine Geschichte. Ingrid, Silvia und Maria, selbst begnadete Floristinen, waren sichtlich beeindruckt von der Hingabe der Gastgeberin, ihr Blick ging über die Blüten, als könnte sie die Sprache der Stauden lesen. Nach einer kurzweiligen Stunde durften wir noch die selbstgemachten Keramikfiguren in ihrem Atelier bestaunen, jedes Stück eine kleine Liebeserklärung ans Handwerk mit Ton, Feuer und Geduld.

Für uns ging's weiter, die Sonne schien unbarmherzig vom Himmel, doch der Fahrtwind war eine willkommene Abkühlung und auf unseren Rädern fühlte sich die Hitze irgendwie verträglich an. Ein Stein, der sich in Ingrids Kettenblatt fest verkeilt hatte, schickte uns für einen kurzen Stop in den Schatten, eine kleine Atempause, die wir gern annahmen und die uns erinnerte, wie wertvoll eine Trinkpause ist.




