Guaddrauf Prandegg

🚴Truppe - Hanni, Rosi, Wolf, Sybille, Silvia Fredi, Ingrid und Gerhard
Datum - 27.09.2026 ☀️ 24°C
🕙 Abfahrt - Sonntag 9:45h 
Länge - 63 km _Höhenmeter - 1075 Hm
Zeit - 6 Stunden
🍽️ 🍻 - Taverne Prandegg 
Konditionen - 🌑🌑🌑
Können         - 🌑🌑
Am ersten Herbstsonntag machten wir uns zu acht auf den Weg zur Ruine Prandegg. Unten im Tal warteten Rosi, Hanni und Wolf bereits auf uns und so nahmen wir den Anstieg bei Meitschenhof mit Schwung, erst langsam beginnend zum Warmfahren, dann aber spürbar zielsicherer. Nun stieß Sybille zu uns und vollständig ließen wir unsere Räder hinunterlaufen nach Hohensteg. Fredi hielt am Ende die Truppe zusammen, bevor wir wieder einschwenkten und zum Stranzberg abbogen.
Sybille legte sofort ein Höllentempo vor. Die Sonne schien schon kräftig vom blauen Himmel, doch bergab und im Wald blieb es dennoch kühl genug, daß man die Herbstluft richtig spüren konnte. Vorbei ging es an der Pfahnlmühle und nach kurzer Strecke im Schatten wurde es zum Glück rasch wieder freundlicher, die Sonne fand ihren Weg zurück und auch unsere Beine merkten, jetzt geht’s aufwärts. So stiegen wir hinauf zum Knollhof. Die Luft war klar und fein, ein paar kleine Wolken zogen wie eine Schäfchenherde gemächlich über den blauen Himmel, während am Horizont die Silhouetten der Berge sichtbar wurden. Unter ihnen lag ein schmaler Nebelstreifen und im Tal neben uns grüßten die Mauern der Ruine Reichenstein, wenns ganz ruhig ist raunen sie dir leise zu. Nein, wir konnten sie  natürlich nicht hören.
Wie selbstverständlich folgten wir dem Weg, bis uns der nächste Anblick einer ruhigen Rinderherde am Rande der Wiesen wieder kurz verstummen ließ. Die Tiere beobachteten neugierig unser Strampeln, ließen sich aber nicht aus ihrer Mittagsruhe bringen und für einen Moment fühlte es sich an, als hätte hier auch die Landschaft etwas Zeit durchzuatmen.
Weiter ging es auf netten Güterwegen Richtung Bad Zell. Am Weberberg nahm das Tempo zu, der Weg wurde flüssig, und bald standen wir am Anstieg hinauf nach Prandegg. Wunderschön war es hier, tiefgrüne, flauschige Wiesenteppiche schmiegten sich in die hügelige Landschaft und plötzlich erhaschten wir den Blicke hinüber zur Ruine. Sie reckte sich prächtig aus dem Dach der Wälder heraus, als wäre sie in diesem Moment auf unsere Ankunft aufmerksam geworden.
Schließlich rollten wir auf dem Waldweg zur Ruine und ließen uns in der Taverne nieder. Trotz vieler Besucher ging alles rasch und wir konnten ein wunderbar ausgiebiges, köstliches Essen genießen. Und dann kam die nächste Freude, zu unserer Überraschung lud uns Rosi zum Essen ein. Sie wollte uns anlässlich ihres runden Geburtstags eine kleine ganz besondere Freude machen. Herzlichen Dank, Rosi.
Nach dem Essen ging es noch kurz zu den Ruinenmauern, dann ließen wir die Schwerkraft arbeiten und rollten hinunter ins Tal. Neben uns sprudelte die Waldaist, wild und lebendig, zwischen mannshohen Findlingen dahin. Das Flusstal war richtig romantisch, die Sonnenstrahlen spiegelten sich im Wasser und mächtige Fichten standen wie Wächter an den Ufern. Dann ging's die meiste Zeit eher gemütlich die wunderschöne Straße entlang, immer weiter dem Fluss nach.
Ein letzter Duft von frisch gemähtem Heu blieb mir in der Nase und die Wiesen wirkten, als wären sie gemalt. Es war still im traumhaften Tal, nur vereinzelt begegneten wir anderen Radlern. Ingrid preschte nach vorn, ihr kleiner Schatten lag wie ein Begleiter auf dem Asphalt und so näherten wir uns dem nächsten Abschnitt.
Zum Abschluss ging es noch ein letztes Mal hinauf Richtung Kranzlgarten. Danach folgte die schneidige Abfahrt, zügig, aber genau richtig und schließlich bogen wir noch zu Hanni und Rosi ab, um ein Abschlussgetränk zu nehmen. Dort wurden wir nochmals besonders verwöhnt, schmackhafter Kaffee und dazu eine regelrechte Gaumenexplosion aus wunderbaren Mehlspeisen. Und als wäre das nicht genug, wurde plötzlich auch noch ein Chili con carne aufgetischt, mit einer herrlichen Portion Schärfe und unglaublich gutem Geschmack.
Mir fehlen die Worte, um diese nicht zu überbietende Gastfreundschaft richtig zu beschreiben. So endete eine wunderbare Radtour, knapp über 1000 Höhenmeter, rund 63 Kilometer und mitten in der traumhaften Mühlviertler Landschaft. Herrliches Wetter, eine super Truppe, lustig, fröhlich und so kommt Vorfreude auf, auf die nächste kleine Radreise.
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