Flusslandschaft

🚴Truppe - Alfred, Fredi K, Sepp, Ernst, Franz S, Johann, Gerhard
Datum - 15.September 2025 ☀️ 25°C🕙
Abfahrt - Montag 09:00h
Länge - 77 km _Höhenmeter - 980 Hm
Zeit - 5,5 Std🍽️ 🍻 - Bosner bei Silvia und Fredi Krenn
Konditionen - 🌑🌑🌑
Können - 🌑🌑🌑
Wer hat schon das Glück, daß sich in unmittelbarer Nähe eine wunderbare Welt aus Hügeln, Wiesen, Wäldern und Flusslandschaften entfaltet. Daher möchte ich mich heute bewusst an unsere grandiose Landschaften erinnern und die Ufer unserer Flüsse – oder Teile davon – mit unseren Rädern befahren. Es ist 9:30 Uhr als wir aufbrechen, zuerst nach Silberbach und dann Richtung Pregarten. Ein paar Wolken ziehen träge am Himmel dahin und wir treten in die Pedale. Der Tag verspricht Wärme nach den Regentagen und der kräftige Duft von feuchter Erde steigt uns in die Nasen.
Der Weg ist schmal und von Herbstlaub bedeckt, als müsste er sich selbst noch an den bevorstehenden Wandel erinnern. Wir rollen weiter, ein leichter Wind schmeichelt der Haut, das Grün der Ufer streckt sich zum glitzernden Wasser der Feldaist und irgendwo hinter dem Laub beginnt der Duft von farbenfrohen Herbstblühern und feuchter Erde sich zu entfalten. Die Feldaist zieht uns weiter stromaufwärts, leise dahin murmelnd, als wolle sie uns eine Geschichte erzählen. Vorbei an moosbewachsenen Steinen und winzigen Strudeln, verlieren wir uns kurz in der Schönheit des klaren Flusses. Kleine Wirbel drehen Sandbänke wie winzige Tänzer und jeder Atemzug wird von dem kühlen, frischen Geruch des Waldes begleitet. Der Fluss schlängelt sich von Obermarreith herab, begleitet von Wäldern und traumhaften Wegen, die sich entlang des Wassers ziehen, als wären sie mit Fantasie gemalt.

Wir erreichen die Kumpf-Mühle, verabschieden uns behutsam von der Feldaist und treten den Anstieg nach Pregartsdorf an. Ernst zieht die Steigung mühelos hinauf, seine Pedale scheinen unter ihm zu singen und sein Atem bleibt leise und kontrolliert. Die Steigung fordert unser aller Atem und Beine, doch oben öffnet sich der Blick, Reizvoll liegt das Land vor uns, eine Landschaft aus Hügeln, Wäldern und weitläufigen Feldern. Wir lassen unsere Räder nun hinunter rollen nach Reichenstein. Die alte Ruine schmiegt sich hoch über den Ort an die Felsen. Die Waldaist gleitet aus Liebenau heraus und beginnt ihre majestätische Reise durch üppige Uferlandschaften. Es war voriges Jahr überwältigend zu beobachten, wie weiße und schwarze Aist sich in Weitersfelden vereinen, anschließend durch idyllische Täler zieht, in denen man Ruhe und Staunen zugleich erfährt. Nun fließt die Waldaist an uns vorbei, das Plätschern des Wassers mischt sich mit dem leisen Rascheln der Blätter und der Wind trägt Gerüche von feuchtem Moos und wilden Kräutern heran, während wir auf einer verkehrsarmen Straße die Pfahlmühle erreichen. Sepp ist wie ein Vulkan aus Kraft, er nimmt die Anstiege mit enormer Geschwindigkeit und auch hier auf der Geraden ist er nicht zu schlagen, wir müssen uns zusammenreißen, um ihn nicht aus dem Blick zu verlieren. Die Luft wird nun wärmer, der Blick weiter, und der Weg führt sanft nach Stranzberg, dann in Serpentinen hinauf am Haarlandberg. Johann tretet wie ein Uhrwerk die Steigung hinauf, sein Tretfluss gleicht einem fein abgestimmten Mechanismus, der uns alle antreibt. Oben offenbart sich eine grandiose Aussicht aufs Voralpenland, ein Panorama, das sich in unser Gedächtnis brennt.

Schwertberg kommt näher, ein Ort, der schon von der Kraft des Wassers gezeichnet war. Unsere Route führt uns erneut nach oben, bis Perg in Sicht kommt. Fredi K nimmt hier die schwierigsten Passagen im Vorbeigehen, er radelt nicht, er fliegt förmlich in einer Art von Mühelosigkeit durch die Steilkanten. Manchmal scheint er sich selbst zu überraschen, wie er die Härte der Strecke mit einem Lächeln überspringt. Am Rande der Stadt rauscht die Naarn Richtung Donau. Der Fluss zeigt sich in zwei Gestalten, die kleine Naarn entspringt in Liebenau und ihre große Schwester kommt vom Tanner Moor, einer geheimnisvollen Welt aus Wasser und Torf. Sie schmiegen sich durch die sanfte Hügellandschaft der Mühlviertler Alm, vorbei an mächtigen Ruinen, die Geschichten aus Jahrhunderten atmen.
Hier in Perg wirkt ihr Flussbett gerade, doch in dieser Geradlinigkeit fehlt die beschwingte Sprunghaftigkeit ihrer jüngeren Stunden, dennoch gleitet die Naarn sanft dahin, kleine Sträucher winken am Ufer, Fische ziehen silbern durch das klare Wasser, Inseln bilden sich im seichten Strom. Wir lassen die Naarn hinter uns und treten auf schmalen Güterwegen hinaus zur Donau.

Und die Donau selbst, der mächtige Strom, zieht ruhig an uns vorbei, trägt Schiffe und lässt Radfahrer am Ufer verweilen. Wir folgen am Radweg dem glitzernden Wasser, der uns nach Au trägt. Auwälder stehen wie Wächter am Rand, Hasen suchen Schatten am Waldrand und die Gespräche anderer Radlerinnen und Radlern mischen sich mit dem gleichmäßigen Takt der Reifen. Franz ist heute nur in der Spitze unserer sieben Mann starken Truppe zu finden. Bei jedem Anstieg zieht er unwiderstehlich nach oben, bei jeder Abfahrt stößt er wie ein Pfeil nach vorn und so prescht er in Windeseile den Radweg bis Au an der Donau entlang. Im Au-Gasthaus sitzen wir 7 Freunde nun im Gastgarten, lachen, erzählen Geschichten und gönnen uns ein Eis. Dann geht es weiter nach Mauthausen, wo am Kai das Treiben nicht verstummt, ein Donau-Schiff gleitet lautlos flussabwärts, während am gegenüberliegenden Ufer die Enns den Strom trifft. Die Enns, einst Eisenstraße genannt, erinnert an vergangene Handelswege, während weiter oben am Fluss die Traun den Salztransport übernahm, bevor sie in die Donau mündet.

Ein verstecktes Wegerl führt uns nach St. Georgen und dort beginnt die fünfte Flusslinie. Drei Bäche vereinen sich bei Reichenau zur großen Gusen, während in Hirschbach die kleine Gusen den Tag begrüßt. Bei Breitenbruck finden sich kleine und große Gusen zusammen und bilden schließlich die Gusen, die sich durch ihr Tal schlängelt vorbei an kleinen Wehren, eingerahmt von Wäldern und Auen. Das Flussbett breitet sich aus, grüne Wiesen spiegeln sich darin, Rehe huschen in den nahen Wald und wir folgen dem sanften Lauf, der uns weiter nach Katsdorf trägt. Auf dem Weg zur Eisenbahn steigt das Gefälle erneut und ein kurzes Stück Wegerl führt uns hinauf nach Frensdorf. Alfred hat nun wieder seinen unwiderstehlichen Antritt, der niemanden mitkommen lässt und jeden in die Ferne rückt, bevor man überhaupt merkt, dass man hinterherhinkt.

Fredi und Silvia haben uns heute eingeladen. Bosner und kühle Getränke stehen bereit, und auch die GuadDrauf-Radler-Truppe trifft sich, eine fröhliche Runde, die das Ende unserer Flüsse-Tour mit Lachen und kleinen Anekdoten besiegelt. Wir feiern den Tag, der uns so viel Natur, Geschichten und Bewegung geschenkt hat, und denken noch jetzt daran, wie sich die Linien der Flüsse über das Land ziehen.

Fredi und Silvia herzlichen Dank für eure nicht zu überbietende Gastfreundschaft mit den sagenhaft köstlichen Bosnern und der herrlichen Mehlspeise. Wir wünschen euch im Oktober eine wunderbare Reise zu eurer Tochter, eurem Enkel und Schwiegersohn, Gesundheit und viele neue Geschichten, die ihr hoffentlich mitbringt. Danke für alles
