ER und SIE Tour -  Johannes Brunnen und Engelskapelle - die Zweite

🚴Truppe - Fredi und Silvia, Sepp, Gerlinde, Johann und Michaela, Franz und Maria, Ingrid und Gerhard
Datum - 08.August 2026 ☀️ 28°C
🕙 Abfahrt - Samstag 8:30h 
Länge - 67 km _Höhenmeter - 1448 Hm
Zeit - 5,5 Stunden
🍽️ 🍻 - Haunschmid 
Konditionen - 🌑🌑🌑
Können        - 🌑🌑🌑
Heute machten wir uns mit unserer Er und Sie Radreise auf den Weg zum Johannesbrunnen. Das Wetter meinte es wirklich gut mit uns, ein azurblauer Himmel spannte sich über unsere Strecke und nur ein paar kleine Schäfchenwolken zogen gemächlich ihre Bahn. So ging es erst hinunter nach Hohensteg, dann wieder hinauf auf'n Stranzberg, aber es zwang uns die Mühlstein-Rallye zu einer kleinen Umstellung unserer Routenidee.  
Unser Weg führte uns so an der Pfahnlmülhe vorbei und ein Stück entlang der Waldaist. Schließlich bogen wir auf den Güterweg Richtung Knollhof ein. Es ist richtig bezaubernd, wir viel sich unsere Frauen zu sagen haben und so schoben wir uns vergnügt oberhalb des Voglhofer Baches weiter bergauf.
Ich hatte mir vorgenommen, möglichst wenige Schotterwege zu befahren, also radelten wir auf schmalen Güterwegen weiter nach Schmierreith und bald erreichten wir Erdleiten. Ingrid hielt sich anfangs meist zurück und radelte gemeinsam mit unseren tollen Fotografen Johann und Fredi etwas weiter hinten. Vorne hingegen legten Michaela und Gerlinde zügig ihre Linie auf die schmale Straße und Sepp kannte unsere Wege ohnehin auch ohne Navi, so übernahm er oft die Führungsarbeit, als wäre diese Tour seit jeher eine vertraute Route.  
Im Schatten des Waldes fühlten wir uns wunderbar geborgen. Dort war es nicht so ausgetrocknet wie bei uns daheim, die Waldböden wirkten frisch, fast wie frisch geschminkt, in einem wunderschönen Waldgrün. Moos hing an Steinen und so wirkten sie wie kleine Kobolde, die sich zwischen den Bäumen verstecken. Überall zartes, lebendiges Grün, das den Weg verzaubert, dieses Leuchten der Natur und das Gefühl, dass man den richtigen Weg gewählt hat.
Dann kamen wir an prächtigen Gehöften vorbei und bald darauf rollten unsere Räder durch Bad Zell. Der Weg durch den Ort war an einigen Stellen von Baustellen begleitet, doch nach dem Ellerberg war Maria ganz begeistert von der Landschaft. Die Wiesen schienen sich wellenförmig hinab zu schmiegen, bis zum Flussufer. Irgendwie hatte das Ganze diesen leisen, leicht alpinen Alm Charakter. Und weil gutes Wetter bekanntlich auch mutig macht, ging es danach schneidig weiter hinunter zu den kleinen Naarn und entlang des idyllischen Weges, der dem Bachlauf folgte.  
Kleine, liebliche Häuser lehnten sich gemütlich in den Waldhang und das Wasser des Baches sprang vergnügt über moosgrüne Steine, schimmerte und plätscherte und das naturbelassene Wegerl schlängelt sich beharrlich dem Tal entlang, bis wir schließlich Hinterhütten erreichten. Dort standen meterhohe Steine im Flussbett und die kleine Naarn drängte sich mitten durch diese Kolosse.
Wir radelten noch ein Stück weiter hinauf, zum Johannesbrunnen, der wunderschön oberhalb der lieblichen Engelskapelle liegt. Eine Quelle speist den Brunnen mit klarem, kaltem Wasser und wir hielten kurz inne, um auch die Kapelle zu besuchen. 2009 erbaut, dient sie der Andacht am Pilgerweg.
Und dann ging es weiter am Höfnerberg hinauf und wir wurden belohnt von atemberaubenden Ausblicken, die sich wie Bilder vor uns auftaten. Fredi ließ sich häufig nach hinten zurückfallen und wenn es dann wieder losging, schien er mit seiner beeindruckenden Power förmlich an uns vorbei zu fliegen.  
Bei weiterhin traumhaften Aussichten auf St. Thomas und die waldigen Berge ringsum fuhren wir ab ins Tal der großen Naarn. Plötzlich erfüllte ein extrem lauter Knall die Luft und ließ mich zusammenzucken. Es war eine Hochzeit am Bauernhof und die Böller hatten sich in diesen Moment extrem laut vorgestellt. Wir ließen uns dadurch nicht aufhalten und zogen weiter am Weg ins Mühltal, bis zum Einstieg hinauf zum Meiselberg.  
Dort formierten sich die Kletterspezialisten nach vorne. Die Serpentinen wirkten auf einmal wie eine Einladung und der Weg zog uns unwiderstehlich nach oben.  Ein paar Kühe grasten dicht am Waldrand und der Blick hinunter ins Tal war wirklich imposant, als würde man auf eine weit ausgebreitete Landschaft hinabblicken.
Sepp und Fredi schossen die Kurven hinauf, Michaela und Gerlinde bildeten ein kaum langsameres Verfolgungspaar und oben angekommen machten wir noch einen Abstecher auf den Plenkerberg zum Großdöllnerhof. Dort standen Bierbänke, es ist eine kleine Kulisse um heute Nachmittag in einen Film über’s Bierbrauen und der Atmosphäre im Biergarten mit zu wirken und einzutauchen.
Doch unsere Reise ging weiter, hinunter zum Rechberger See und zum Goscherten Wirt. Dort wurden wir herzlich empfangen und wunderbar verköstigt. Einige von uns luden sogar noch den Akku an der Fahrrad-Tankstelle beim Wirt nach und so ging es gestärkt wieder hinunter zur Naarn, dann den steilen Weg hinauf nach Brawinkl und schließlich auf dem netten Weg hinab durch den Kurpark von Bad Zell.  
Wie fast bei jeder Ausfahrt hatte Franz den Eindruck, dass seine Akku-Kapazität bald zur Neige geht. Und doch, wir waren weiterhin super unterwegs, auch Franz und genau das zählte. Wieder rollten wir durch den Ort und nahmen diesmal den Güterweg Reihofer hinüber nach Tragwein. Ingrid war nun meistens ganz vorne zu finden, nur wenn es bergab ging, wartete sie ein wenig auf uns.  
Bei Mistelberg nahmen Silvia, Gerlinde und ich schließlich einen Wiesenpfad, damit wir die eine oder andere Schotterpassage geschickt umgehen konnten. Und damit wurde es klar, jetzt kam der letzte Abschnitt unserer wunderschönen Radreise. Vorbei am Greisinghof schnitt sich die Straße in den Hang hinunter zur Bundesstraße B124. Es ging nun vorbei am Badeplatz Hohensteg wo sich heute einige Leute am Ufer der Waldaist tummelten und so nahmen wir die letzte Hürde, noch einmal steil hinauf in Thal.
Und dann trennten sich unsere Wege. Wir blicken auf eine wunderschöne Tour zurück, 67 km und 1448 Höhenmeter. Herrliches Wetter, die wunderbare Stimmung einer traumhaften Radlgemeinschaft mit unseren Frauen und diese kleinen lustigen, schönen Momente dazwischen, all dies machte diese Tour zu etwas ganz Besonderem,

Danke.

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