Bio Bike Runde

🚴Truppe - Sepp, Max, Alfred, Johann, Ernst , Dietmar und Gerhard
Datum - 23.10.2026 ☀️ 12°C
🕙 Abfahrt - Freitag 11:00h 
Länge - 39 km _Höhenmeter - 390 Hm
Zeit - 3 Stunden
🍽️ 🍻 - Alfreds Burnwurst Paradies 
Konditionen - 🌑🌑🌑🌑🌑
Können         - 🌑🌑
Heute haben wir uns eine ganz besondere Herausforderung vorgenommen, eine Laufmarathonstrecke, aber mit dem Rad. Auf den ersten Blick klingt das nach nichts Besonderem, doch diesmal haben wir uns ausgemacht, kein Motor, keine Ausrede. Und so brach die Elite unserer Radltruppe von der Holzgasse auf, gut gelaunt und voller Entschlossenheit.
Fredi und Ernst starteten bei herrlichem Radlwetter, hier und da mit verstreuten Wolken und die Temperaturen passte auch, aber man kam sich nicht gerade wie in einer Sauna vor. Beide schwangen sich auf ihre Räder und nahmen gemeinsam Kurs auf den Hochstraßer Berg. Die Stimmung blieb auch dann gut, als der Radweg, aus welchem Grund auch immer, plötzlich immer wieder gewechselt werden musste. Ob das der Strecke diente oder einfach nur dem Chaos, kann niemand so recht sagen, aber die beiden wurden dadurch nicht aufgehalten.
Oben stieß Dietmar dazu, weithin bekannt als doppelter Großglockner Radkönig und zusammen rollten sie weiter, vorbei am Altaist-Berg, Ziel war die legendäre Schnölzer Toni Kreuzung, wo die nächsten GenussRadler bereits auf sie warteten. Sepp, Johann und Gerhard waren schon da, in bester Form, mit bester Laune und sichtbar im Modus - die kleine Runde packen wir.
Von dort ging es zunächst auf der Straße durch den herbstlichen Wald. Die Laubbäume leuchteten in warmen Farben und stellenweise lag frisch heruntergefallenes Laub wie ein weicher Teppich am Weg. Schließlich trafen wir Max in Ruhstetten, ordentlich eingemummt war er, aber mit seinem Flitzer bereit für eine schnelle Fahrt. Gemeinsam rollten wir weiter Richtung St. Georgen. 
Es ging hinaus nach Blindendorf und im Derntlgraben ließen wir die Räder den Berg hinunterrollen, nur der Wind wurde unterwegs zu keinem Mitspieler, frisch und spürbar war er und umso größer war die Freude, als wir wieder in die Sonne kamen. Entlang des Radwegs führte die Route durch den Ort, der fast wie ausgestorben wirkte, zumindestens waren kaum Menschen zu sehen, nur viele Autos waren unterwegs. Und dann passierte das, was bei so einer Tour manchmal eben passiert, kurz nach einem etwas ruppigen Teil blieb Max mit seinem Renner stehen. Ein Platten bremste ihn aus, doch er hatte vorgesorgt. Ein neuer Schlauch aus dem Rucksack, ein paar professionelle Handgriffe und schon war die kleine Panne behoben. Es ging weiter, mit dieser typischen Mischung aus Ehrgeiz und lustigen Gemeinschafts radeln.
Ernst und Sepp zogen von hier von der Spitze weg. Das Tempo wurde angezogen und die Gruppe steuerte gemeinsam Richtung Langenstein. Dann kam ein erster, kleiner Hügel, nicht groß genug, um dramatisch zu wirken, aber genau richtig, um zu zeigen, was möglich ist. Energisch, fast schneller als mit Motor Unterstützung, rollten wir über die breitere Straße Richtung Mauthausen, wo es schließlich auf den Radweg ging. Aufgefädelt ging es entlang eines schmalen Wegerls Richtung Heindlkai.
Und da lag sie, die Donau, direkt neben uns. Der Strom schimmerte majestätisch, die Wellen tanzten leicht im Wind und das Sonnenlicht spiegelte sich im ruhigen Wasser. Nach einigen Umwegen, um wieder auf den Radweg zu kommen, nahm die Fahrt wieder Tempo auf. Man zupfte an den Reserven des anderen, es gab kurze Sprints, bei denen man sich gegenseitig anheizte und dann kehrte wieder dieses beständige, gemütliche Rollen ein. Ein Gefühl, dass Ausdauer nicht nur eine Sache der Beine ist, sondern auch eine Gemeinschaftsarbeit.
So führte uns die Fahrt durch Albern bis zur Brücke über die Feldaist. Am Radweg entlang des Dammes wurde die Truppe immer weiter auseinandergezogen. Ernst übernahm die Führung und zog mit enormem Tempo dahin und unsere Route ging weiter durch Furth, ein Stück am Schwertberger Radweg entlang bis nach Poneggen.
Dort begann es erst so richtig. Langsam ging es in die Höhe, die erste Kurve, dann wurde der Anstieg deutlich spürbar. Nach einigen kräftigen Tritten merkte man, auch unsere Top-Radler mussten hier ernsthaft arbeiten. Ernst und Dietmar aber wirkten, als wäre der Hügel für sie höchstens eine kleine Beilage, jedenfalls sah es so aus. Der letzte Abschnitt war dann nochmal recht gemein. Aber irgendwann war er geschafft, der Poneggen-Berg war genommen und wirklich, die Stimmung war großartig. Jeder gab dem anderen Rückenwind, die Worte kamen dort, wo Beine eigentlich schon nachgeben wollten und der Rhythmus blieb stabil. Dieses Miteinander, dieses gegenseitige Antreiben, machte aus der Fahrt mehr als nur Strecke, es wurde ein gemeinsames Vorwärts.
Danach ging es an saftig grünen Wiesen vorbei, mit einem leichten Anstieg, der fast nicht auffiel. Nach einem kurzen Abwärtsstück ging's noch vorbei beim großen Bauernhaus und schon in der Kurve wieder hoch, Richtung Ernst. Und genau da schien es, als hätten die Holzgassler echtes Heimrecht, sie radelten fast gemeinsam ein Tempo, das man sich bei all den eigenen Überlegungen kaum vorstellen konnte.
Ich merkte schnell, dass heute nicht mein Tag war, um mich zu beweisen. Nicht zuviel anstrengen, dachte ich mir und trotzdem wurde es, irgendwie wie bei einem Rennen, viel Ehrgeiz im Bauch und mit enormen Engagement in den Beinen. Umarmt von der Gruppendynamik wurde der Anstieg hinauf gearbeitet, einige setzten aus, andere ließen ihre Räder auslaufen und dann waren wieder alle beisammen.
Schließlich ging es zur Traudi und zu Fredi, wo wir eingeladen waren zu Getränken und Jause. Ingrid hatte die Jause organisiert und dafür gibt's von allen ein herzliches Dankeschön. Bezahlt wurde die Jause vom Plattln Körberlgeld, Fredi spendierte die Getränke. Danach kam Kaffee und dazu einen traumhaften Apfelstrudel. Ich weiß wirklich nicht, woher Traudi diese herrlichen Mehlspeisen immer nimmt, aber es schmeckte, als wäre irgendwo ein kleines Stück Glück versteckt. Nach netten Plaudereien und ausgelassener Stimmung brachen wir schließlich wieder auf.
Nur die Holzgassler hatten bereits die ganze Runde absolviert und es war klar, Dietmar, Ernst und Fredi spielen in einer eigenen Liga. Ernst vielleicht sogar in der Champions league.
Wir verabschiedeten uns herzlich. Fredi und Traudi, herzlichen Dank für die heutige, so wunderbare Einladung. Und auch ein großes Dankeschön an die Mama für den so schmackhaften Apfelstrudel.
Auf der Rückfahrt ging es zuerst entspannt dahin. Doch nach der langen Gerade kam ein weiterer Anstieg und der zog sich furchtbar in die Länge, bis wir die Hochstraße erklommen hatten. Danach zerfiel unsere Gruppe in alle Richtungen.  Sepp und Johann nahmen die Straße, Max und ich fuhren noch über den Altaister Hügel, bevor Max schließlich nach Hause abbog.
So endete eine wunderschöne Runde. Und ehrlich, all mein Trainingsaufwand hat sich gelohnt, geschafft, wir haben’s geschafft, jeder auf seine Weise, jeder mit seinem Tempo. Radfahren besteht nicht nur aus Kilometern, es besteht aus Begegnungen, aus Tempo, aus Mut und aus diesem Mix aus Stolz, Zufriedenheit und dem Wissen, dass man es wieder mal gemeinsam hingekriegt hat. Und vielleicht, aber wirklich nur vielleicht, wiederholen wir das Ganze irgendwann wieder.

Danke fürs dabei sein.

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