Basilika am Sonntagberg

🚴Truppe - Fredi W, Fredi K, Sepp, Ernst, Johann und Gerhard
Datum - 01. September  2025 ☀️ 29°C
🕙 Abfahrt - Montag 09:00h 
Länge - 115 km _Höhenmeter - 1524 Hm
Zeit - 6,5 Std.
Konditionen  - 🌑🌑🌑🌑
Können          - 🌑🌑🌑
Der Morgen empfängt uns mit perfekten 20 Grad, kein Wind, ein wolkenloser Himmel und wir rollen los. Die Schlederergasse empfängt uns wie eine vertraute Spur die uns hinauf führt nach Hartl. Fredi und Ernst stoßen dazu, Sepp, Fredi K, Johann und ich radeln ja schon seit den ersten Start Kilometern gemeinsam.

Wir sechs finden auf dem Asphaltweg nun unseren Rhythmus der uns hinunter nach Schwertberg bringt und weiter hinaus auf den Güterweg nach Au. Wir sparen Kraft, denn heute wartet eine echte Herausforderung auf uns. Der Akku verzeiht uns keine Nachlässigkeiten und so gleiten wir hinaus nach Naarn, über ruhige Wegerl nach Straß, wo der Donauradweg eigentlich unser Plan war. Doch die Einfahrt im Auwald bleibt unsichtbar, die Forststraße sperrt sich leider und so bestimmt der kleine Umweg unseren Kurs.
Schließlich überqueren wir am Kraftwerk Mitterkirchen die Donau, in der sich das Wasser in einem glitzernden Blau spiegelt. Vorbei am Schloss Wallsee, das majestätisch vor uns auftaucht, rollen wir hinein in Schweinberg. Ab jetzt geht’s auf und ab, vorbei an riesigen Bauernhöfen, endlos wirkenden Feldern und die Landschaft bleibt weiterhin großzügig. Wir sehen sie, die Basilika am Sonntagberg zeichnet sich klein und doch bestimmt am Rand unseres Blickes ab.
Plötzlich taucht mitten auf der Fahrbahn ein Begrenzungspfeiler auf, so unscheinbar und doch bestimmend wie eine stille Prüfung. Johann zieht Falten auf die Stirn, der Blick verklärt und ein leichter Disput beginnt. Wir hören das Rascheln der Kleidung, das nicht mehr so zaghafte Klopfen des Pedals gegen die Markierung. Die Blessuren an beiden Seiten sind kaum mehr als flüchtige Spuren, unser Erleichterung war zu spüren. Der Pfeiler bleibt stehen, ein stiller Zeuge der Straße, die uns weiterführt, als wäre nichts gewesen.
Wir steuern hinein in eine zunehmend größere Bergwelt, der Große, der Kleine Priel, der Dachstein, der Traunstein, alles sitzt so nah am Horizont, dass man die Bergluft förmlich schmecken kann. Durch Aspach gleiten wir nun hindurch und blicken Richtung Kematen. Jetzt wird die Basilika noch klarer sichtbar und auch der Anstieg wird sichtbar steiler, wir queren die Ypps, die sanft unter der Brücke dahin fließt und nehmen den Berg in Angriff.  Zuerst auf einem Wiesenweg, dann weiter auf schmalen Straßerl. Wir erreichen endlich den so willkommenen Schattenwald, wo der Duft von Kiefer und feuchtem Boden auf steigt. Der Sonntagberg erhebt sich, groß, präsent und ehrfürchtig. Die Aussicht ist so überwältigend, Ernsthofen, Allerheiligen, Grein, Orte, die wie kleine Punkte am Horizont leuchten. Wir finden schließlich eine Pause nach 62 Kilometern und der Durst verlangt Gehör, wir stillen ihn mit Getränken, Lachen, gutem Essen und tollen Geschichten.
Die Abfahrt nach Rosenau genießen wir  nach dem mühevollen, schweißtreibenden Anstieg. Der Weg entlang der Bahn führt uns zurück nach Kematen, von dort weiter nach Mauer. Wir radeln an einer Allee Obstbäumen entlang , prall voll mit Äpfeln und Birnen und der Duft reifen Obstes steigt uns in die Nasen. Der Weg unserer Tour zieht gelegentlich nach oben, doch immer wieder belohnt  uns eine wunderbaren Abfahrt. Mächtige Traktoren tauchen auf, ziehen vorbei und Gänse auf der Weide starren uns schnatternd nach.

Am Spielplatz in Ardagger ist so ein buntes Treiben im Gange, als wäre der erste Schultag eine Feier der Freiheit. Wir verlassen den lieblichen Ort und jetzt ist plötzlich die Donau sichtbar, einige Kilometer folgen wir dem mächtigen Strom, Sonnenstrahlen tanzen auf dem Wasser und so queren wir die Brücke. Schloss Grein thront erhaben und still, als könnten die Mauern die Geschichte des Ortes erzählen. Wir aber machen Halt bei Schörgi, genießen ein erfrischendes Eis, bevor es für uns zum Bahnhof geht.

Der letzte Anstieg führt uns aus Schwertberg hinaus. Ernst und Fredi K radeln vorne weg, aber auch wir finden wieder den Takt, während wir uns der Einladung von Alfred und Traudi nähern, eine kleine Belohnung, Krapfen mit Marillenmarmelade. Danke an Fredi für die Einladung, Traudi danke für die traumhaften Krapfen. Dann geht es weiter Richtung Hochstraß, Sepp schraubt sich förmlich den Berg hoch, wo sich dann unsere Wege trennen und zu Hause sinken wir sicher alle erschöpft, zufrieden, erfüllt in den Abend.
115 Kilometer, 1524 Höhenmeter – eine Bilanz, die sich wahrscheinlich morgen in meinen Beinen festsetzt.
Der Himmel bleibt azurblau, die Landschaft bleibt unverändert malerisch und die Basilika am Sonntagberg blickt weiterhin majestätisch ins Tal, aber wir haben ihn heute beradelt, bezwungen, wir waren hier, am Sonntagberg.
GenussRadler | Alle Rechte vorbehalten 2025
Unterstützt von Webnode Cookies
Erstellen Sie Ihre Webseite gratis! Diese Website wurde mit Webnode erstellt. Erstellen Sie Ihre eigene Seite noch heute kostenfrei! Los geht´s