Auf den Spuren Katsdorfer Grenzen

🚴Truppe - Sepp, Alfred, Ernst, Manfred, Dietmar, Gerhard 
Datum - 30.September 2025 13°C🕙
Abfahrt - Dienstag 09:00h
Länge - 55 km _Höhenmeter - 980 Hm
Zeit - 4,5 Std - GH Haslinger 
Konditionen - 🌑🌑🌑
Können - 🌑🌑
Heute wollen wir nicht unbedingt neue Wege befahren, neue Landschaften erobern, heute wollen wir die Grenze unserer Nachbargemeinde Katsdorf beradeln. Graue Wolken hängen wie ein bleierner Vorhang über uns, als wir zu sechst in die Pedale treten und versuchen der Kälte zu trotzen.

So gleiten wir hinunter zur Stockwie’s, wo der kleine Bach die Grenze von Wartberg zu Ried markiert. Das Wasser, das hier dahin plätschert, fließt weiter unten in die Feldaist. Weiter geht’s zum Sepp und dann durchs ruhige Altaist, als würde uns ein unsichtbares Band von Ort zu Ort ziehen. Am 3 Gemeinde Moarstein beginnt Katsdorf, doch die Grenze verläuft wie ein Puzzle, Wartberg hier, Ried dort, Katsdorf unten und wir in der Mitte, als könnten wir Ordnung hinein bringen. Die erste kuriose Grenzsichtung wartet, ein Haus, geteilt wie mit einem Lineal, Wohnhaus Katsdorf auf der einen Seite, Schuppen zu Ried auf der anderen. Ein Bauwerk, das uns schmunzeln lässt,  der Landschafts Vermesser kannte offenbar auch Humor.
Katsdorf's Grenze
Katsdorf's Grenze
Wir rollen weiter nach Wachsreith, wo die Gemeindetrennung im Wald neben uns dahin läuft. Erst am Weg nach Grünau tritt die Grenze wieder auf die Straße und in Grünau selbst teilt der Weg die Häuser links Ried, rechts Katsdorf. Unser Weg führt uns jetzt durch Katsdorfer Hoheitsgebiet nach Edt und weiter hinauf nach Greinsberg. Sepp bleibt energisch in front, wir anderen folgen, doch die Kälte hat uns alle fest im Griff, Finger und Zehen strampeln gegen die eisige Luft, während es ganz kurz zu nieseln beginnt. Es folgt ein Abwärtsabschnitt nach Schwarzendorf und dann nach Lungitz, wo die Gusen die Grenze Richtung Katsdorf zeichnet. Wir passieren nun Schörgendorf, eine kleines Örtchen, das zu St. Georgen gehört und weiter nach Edtsdorf, ein weiterer hübscher Ort, der nicht zu Katsdorf gehört, sondern zu Engerwitzdorf.
Höhe Neubodendorf folgt Eichwiesel dem Grenzverlauf nach oben. Wir radeln den Güterweg hinauf und Ernst sein enormer Antritt durchfährt uns wie eine Schockwelle während mir die Kälte in die Schuhe kriecht. Ein Bauer bearbeitet mit seinem mächtigen Traktor das Feld am Rande des Waldes und ist der Grund des wunderbaren erdigen Geruchs. Von oben blicken wir nun auf Ober- und Niederthal, 2 weitere Orte die ich eigentlich Katsdorf zugeschrieben hätte, aber zu Engerwitzdorf gehören. Die Abfahrt in den Ort Katsdorf bietet kaum Wärme, doch Fredi knallt hier hinunter, in einer Haltung wie ein Torpedo, die selbst den Wind neidisch macht. Wir radeln nun den Ort entlang, bis plötzlich die Grenze im Ortsgebiet zwischen Katsdorf-Häusern hinauf am Rosenweg verläuft. Dietmar tritt jetzt kräftiger in die Pedale, ein kurzer Sprint und schon löst er sich von uns. Manfred spürt die Kälte am Saum seines Hemdes kriechen, man sieht es ihm an, doch er hält stand, es wird nicht gejammert. Endlich, am Weg hinauf nach Wögern, die ersten Sonnenstrahlen wagen sich zögernd hervor und meine Finger bleiben trotz der Handschuhe noch ein wenig verfroren.
Schloss Bodendorf
Schloss Bodendorf
Der Haslinger Wirt klingt wie ein Versprechen auf Wärme. Wir folgen dem Wegerl entlang der Eisenbahnbrücke, erreichen Pregarten und kehren beim  Wirt ein. Backhendl und Rehragout schmecken wie eine wunderbare Belohnung. Gestärkt und wieder aufgewärmt gleiten wir zur Aist hinunter, den neu in Stand gesetzten Waldweg rauf nach Hagenberg und über den Stöcklgraben geht's weiter nach Friensdorf. Jetzt steht die erste echte Herausforderung vor uns, der steile Weg hinauf nach Wartberg. Sepp zieht vorneweg, ein Lächeln bleibt auf seinen Lippen, als er die Steigung meistert. Wartberg wirkt ausgestorben, wie eine vergessene Bühne vor dem letzten Akt. Wir aber lassen unsere Räder den Berg Richtung Reitling hinunter laufen, die Sonne wirft ihren Schatten auf den Asphalt, aber die Kälte kehrt zurück, doch wir finden Trost im Schotterweg nach Breitenbruck, wo die Waldluft frisch und rein ist und die Knie wieder Kraft finden.
Schloss Breitenbruck
Schloss Breitenbruck
Wir folgen erneut der Grenzlinie von Katsdorf nach Bodendorf, gelangen durch eine kleine Siedlung hinauf und hinunter zum ehemaligen Schloss Bodendorf, heute ein Bauernhof. Der letzte Anstieg führt uns zu den Schienen der Eisenbahn, wo Ernst und Sepp ernst machen und wie Pfeile den Feldweg zum Berndl emporfliegen. Wir holen auf bis wir wieder beim 3 Gemeindestein vorbeikommen und die Runde sich schließt.
Die Einfahrt beim Gerhard rollen wir nach 55 km hinein, Ingrid und Gerhard haben heute zum Abschluss Getränk geladen und Ingrid's legendäre Topfenstangerl sind schon bereit, dazu warme und kalte Getränke. Danke, Ingrid, du bist eine wunderbare Gastgeberin. Nach einigen lustigen Gesprächen verabschieden sich die Radlerfreunde und unsere kleine Wissens-Tour findet ihr Ende. Trotz der von mir unterschätzen Temperaturen war es eine super lustige Runde, habe den lieblichen Ort Katsdorf etwas näher erfahren und Gemeinsam zu radeln, fühlte sich sehr, sehr gut an, jeder Moment  erfüllt von Freundschaft und Lebensfreude. 
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