2x Maria Schnee

Kirche Maria Schnee bei Leopoldschlag
🚴Truppe - Alfred, Fredi K, Franz, Sepp, Manfred, Ernst, Gerhard
Datum - 17. Juni 2026 ☀️ 25°C
🕙 Abfahrt - Mittwoch 8:10h
Länge - 84 km _Höhenmeter - 1375 Hm
Zeit - 7 Std
🍽️ 🍻 - Gasthaus zum Waldlehrpfad
Konditionen - 🌑🌑🌑
Können - 🌑🌑🌑
Heute starten wir gleich zwei Mal zu den Maria-Schnee-Kirchen, zu einer in Leopoldschlag und einer in Tschechien. Unser Radabenteuer begann also um 8:10 Uhr mit der Zugfahrt nach Summerau. Die Idee des Bahnfahrens war heute allgegenwärtig und so quollen die Waggons beinahe über vor Radfahrern. Doch die Vorfreude trug uns über die Enge hinweg, denn der Blick aus dem Fenster versprach schon neue, unbekannte Pfade.
In Summerau nahm die Reise erst so richtig Fahrt auf. Sieben Genussradler brachen auf hinaus Richtung Rainbach, während vor uns die riesige Baustelle der S10 zu sehen war. Wir konnten Gott sei Dank früher abbiegen und folgten den Schienen bis Hörschlag. Nun genossen wir bei herrlichem Sonnenschein die leichten Steigungen nach Kerschbaum und die Güterwege, die uns hinaus nach Dorf Leopoldschlag führten. Von dort bot sich ein weiter Blick über die hügelige Landschaft und den Ort Leopoldschlag. Doch der Pfad zog uns weiter, dem Wanderweg der Pferdebahn folgend. Im Heimatland von Alfreds Ahnen war die Freude von Alfred über die Route zu erkennen. Er knipste eifrig Geburtshäuser seiner Eltern und war auch bei anschließenden Kirchenbesuchen mit sichtbarem Elan dabei.

Kapelle mit Heilige Stein in Tschechien
Am Wiesenweg führte uns der Weg hinein nach Hiltschen und entlang der B310 zur Maria-Schnee-Kirche in Leopoldschlag. Zum Glück konnten wir auf einem abgesperrten Teil der Straße fahren, das heftige Verkehrsaufkommen hätte sonst unseren Atem stocken lassen. Wir besuchten die Kirche und erblickten in der Ferne den Kirchturm der Schwesterkirche in Tschechien. Ein klares Signal, weiter geht’s, Grenzen sind doch nur Linien.
Der Wald empfing uns mit einer atemberaubenden Frische, das Grün schimmerte und die Luft war ungetrübt. Die Maltsch schlängelte sich abseits durch das Land und die Grenze schmiegt sich sanft ans Flussufer. Auf einem abenteuerlichen Schmugglerpfad wagten wir uns weiter nach Dolní Dvořiště. Dort öffnete sich ein lieblicher Ort, kleine Häuschen in zarten Farben, kaum Verkehr, keine Hektik. Wir verließen den Ort und rollten auf einer verkehrsarmen Straße weiter nach Reichenau an der Maltsch. Dort werkelten Bauarbeiter an der Kirchenfront, während wir am weiteren Weg gemauerte Nischen passierten, die wohl einen Kreuzweg darstellen. Aus dem Wald ragte bereits die Kirchturm Spitze und bald erreichten wir Maria Schnee in Tschechien.

Maria Schnee in Tschechien
Prächtig stand sie da und in der Kapelle besuchten wir den heiligen Stein. Beeindruckend zierten zwei große Steine den Innenraum. Eine Madonna war erhoben angebracht, Kerzen, Figuren und Bilder schmückten den Stein und den Raum. Doch der Weg ruft uns weiter und auf wundervollen Straßen führte der Pfad hinab nach Ticha.

Kirche in Dolni Dvoriste
Ein wunderschöner Turm mit einer gemütlichen Taverne stand am Seeufer, ein einladender Platz, der heute zwar leider geschlossen blieb, uns aber seinen stillen Charme zeigte. So setzten wir unseren Weg fort zum Grenzübergang Hammern. Unterwegs begegnete uns noch eine stolze Kirche, einsam im Wald, mit Ruinen geschliffener Häuser in der Umgebung, Natur und Geschichte begegneten uns hier im eindrucksvollen Wechsel.

Alfred in Dolni Dvoriste
Nun kehrten wir zurück nach Österreich und erreichten über schmale Wegerl Mardetschlag. Ein letzter Anstieg führte uns nach Pieberschlag bei Windhaag. Im Gasthaus Waldlehrpfad stärkten wir uns hervorragend und mit gefüllten Bäuchen brachen wir wieder auf. Über Prendt und Elmberg, Orte, von denen wir zuvor noch nie gehört hatten, führte uns der Weg nach Grünbach und Schlag. Der Duft des frisch gemähten Heus begleitete uns, während wir Richtung Freistadt weiterzogen.

Dorfansicht
In den engen Gassen zeigte die Stadt ihren wunderbaren Charme. Wir rollten hinaus Richtung Lasberg und auf einem weiteren Feldweg erreichten wir die alte Schmiede Fürstenhammer. Unsere Räder glitten mühelos hinunter zur Haltestelle Lasberg und anschließend fuhren wir über einen Schotterweg hinein nach Kefermarkt. Dort zeigte sich von dem sonst präsenten Schloss nur ein Türmchen, doch der Blick vom mächtigen Schloß hoch über dem Ort hatte sich längst in unsere Erinnerung eingeprägt.

Kreuz am Weg
Der Aufstieg nach Dingdorf begann, Sepp, trotz Schmerzen, zog mit unglaublichem Tempo den steilen Weg hinauf. Unsere Fredis und Ernst waren wie immer vorne dabei und so bildeten die Vier eine kleine Spitzengruppe, während Manfred sich energiesparend zurückfallen ließ. Bei der anschließenden Abfahrt ins G’Veichter war Franz schließlich nicht mehr zu schlagen. Böse Zungen behaupteten gar, dass nicht nur die guten Laufräder Franz Abfahrtskünste prädestinieren, sondern auch sein feines Gespür für die Linie und noch irgendwas.

Ticha Turm
Weiter führte uns der Radweg nach Pregarten hinaus, durch Silberbach und Aist. Nach dem letzten Anstieg kehrten wir ein bei Ingrid und Gerhard zu einem Abschlussgetränk. Ingrid hatte wieder ihren wunderbaren Kuchen gebacken, Ingrid, bist ein Schatz, vielen vielen Dank. Zum Abschluss gönnten wir uns noch ein Eis und so ging eine wunderbare Radreise zu Ende, eine Reise ins Nachbarland bei traumhaftem Wetter, mit herrlichen Ausblicken, gleichzeitig frischer Waldluft und kulturellem Reichtum. Ein Tag voller stiller Eindrücke, guter Gesellschaft und dem wunderbaren Gefühl, gemeinsam mehr als nur Kilometer zurückgelegt zu haben.

Kirche Maria Himmelfahrt beim Grenzübergang Hammern
