10 Täler Classic - Tour 2

4. Visnitz Tal 

5. Tal der Feldaist 
6. Stampfental 
7. Waldaist Tal 

🚴Truppe - Sepp, Alfred, Fredi K, Max, Johann, Ernst, Karl, Günther und Gerhard
Datum - 20. August 2026 ☀️ 24°C
🕙 Abfahrt - Donnerstag 8:00h 
Länge - 76 km _Höhenmeter - 1202 Hm
Zeit - 6 Stunden
🍽️ 🍻 - Drahtziehmühle beim Fritz 
Konditionen - 🌑🌑🌑
Können         - 🌑🌑🌑
Tag 2 unserer 10 Täler Tour und die Reise beginnt schon um 8 Uhr. Noch bevor die Sonne richtig aufgegangen ist, sind neun GenussRadler beisammen und bereit, Kilometer zu sammeln, Höhenmeter zu knacken und unterwegs diese kleinen Momente erleben, die eine Tour erst wirklich lebendig machen. Wir starten Richtung Gaisbach. Max hat seine Trinkflasche vergessen und so startet er gleich, noch bevor wir überhaupt richtig in Fahrt sind, seine Suche nach Mineralwasser. Der Bahnhof Gaisbach ist zuerst dran, aber leider Fehlanzeige und so geht’s weiter hinauf Richtung Wartberg, später dann zielstrebig am Radweg entlang nach Pregarten.
Kurz vor unserer Abfahrt hat es geregnet und die Auswirkung ist von Beginn an deutlich zu sehen, die Leiberl sind gleich von Anfang voll gespritzt, super. Wir nehmen das laubbedeckte Wegerl entlang der Aist. Es riecht angenehm frisch und während wir nach Hagenberg hinauffahren, meint man fast, die Luft sei klarer als vorher. Nun kommt der Moment, an dem wir nicht mehr klettern, sondern rollen. Wir fahren hinunter ins Tal der Visnitz und dort wartet sogleich die nächste Herausforderung, es geht steil hinauf.
Das Bachbett wirkt, als hätte es sein Wasser verloren und gleichzeitig liegt eine seltsame Schwüle über dem Tal, als würde die Landschaft die warme Luft nach unten drücken. Wir radeln über kleine Steine den Pfad hinauf, Tritt für Tritt im Rhythmus der Gruppe und gleiten weiter am idyllischen Teich vorbei hinaus in den Gveichter Wald. Johann ist da schon wieder in seinem Element, er sprudelt schon wieder einige heitere Bemerkungen, die genau im richtigen Augenblick kommen und die Anstrengung leichter machen.
Wir nehmen den Weg nach Mahrersdorf und beim Sägewerk Neulinger machen wir kurz Halt und stellen uns unter, im richtigen Augenblick eine kleine Garage. Währenddessen passiert dann aber doch noch ein kleines Drama. Johann verliert bei der Abfahrt seine Brille und auch der Vordermann ist plötzlich nicht mehr da. Gott sei Dank gibt's Handys, also radeln wir bald wieder vereint der Feldaist entlang.
Der schmale Wiesenweg ist neu hergerichtet und so geht’s flotter dahin. An der Brückenbaustelle kurz vor Kefermarkt wird eifrig gearbeitet, wir nehmen das Treiben wahr, aber wir werden davon nicht aus der Spur gebracht. Dann radeln wir hinein nach Kefermarkt. Und jetzt kommt sie, die Steigung, die man spürt, noch bevor man sie wirklich sieht. Wir klettern die steilen Straßen hinauf zum Schloss Weinberg. Es ist, als würden uns die Mauern dort wie einen Freund begrüßen, mit der Gewissheit, dass hier schon einige Einkehr Momente stattgefunden haben.
Von dort aus fordert ein Waldwegerl unsere ganze Kraft. Am Anfang lässt uns das Laub fast lautlos dahinrutschen, jeder Reifenkontakt wirkt wie gedämpft. Doch dann wird’s ernst, scharfkantige Steine, steiler Anstieg und zwischendurch der ausgewaschene Feldweg, der sich nicht so recht entscheiden will, ob er uns freundlich gesinnt ist. Wir kommen am Buchberg vorbei und fahren schließlich hinunter nach Lasberg.
Der Ort wirkt ruhig, fast verschlafen und genau in diesem ruhigen Tonfall setzen wir unsere Fahrt an der Feistritz fort. Der Wiesenweg führt uns entspannt durch den Ort und kaum glaubt man, sich erholt zu haben, beginnt die nächste Kletterei. Ernst, Fredi K., Sepp und auch Johann sind jetzt nicht mehr zu halten. Es geht vorbei an La putia und oben beim Bauernhof hat uns der Weg zum herbei gesehnten -Geschafft- Moment geführt.

Ein Kätzchen, knapp vor Karl und mir, quert die Straße und erschrickt uns gehörig, aber es bleibt bei diesem Schrecken, nichts passiert, nur ein schneller Herzschlag und dann wieder Lachen. Und vorne ist sie schon zu sehen, die wunderschöne Drahtziehmühle. Fritz begrüßt uns freundlich, gut gelaunt, mit dieser wunderbaren Wärme. Wir treten ein in sein kleines Traumreich. Urlauber am Bauernhof sind seine Gäste, aber heute bewirtet er uns und zwar aufs Feinste.
Und wenn man jetzt denkt, ja, wir haben gut gegessen“, dann trifft das nicht ganz. Es ist dieses Gefühl, dass da jemand nicht nur kocht, sondern an uns gedacht hat. Rinderbraten und Schweinebraten stehen auf dem Tisch, saftig, würzig, reichhaltig. Dazu köstliche Knödel und schmackhafte Salate und dann kommt warmes Kraut, das so richtig nach zu Hause schmeckt. Dazu natürlich gekühlte Getränke, damit der Körper wieder weiß, wo er hin soll. Und weil das noch nicht genug war, zum Kaffee gibt’s noch einen traumhaften Ribiselkuchen, säuerlich-süß, nach Omas Rezept.
Fritz ist dabei nicht nur Gastgeber, er ist auch Geschichtenerzähler und Stimmungsmacher. Zum Abschluss schiebt er noch einen Witz hinterher und die ganze Runde nimmt ihn auf, als wäre er ein Teil unserer Truppe. Es ist dieser Mix aus Ruhe und Heiterkeit, aus gutem Timing und echter Herzlichkeit. Fritz, danke für das tolle Menü und für deine unwahrscheinliche Gastfreundschaft. Man merkt, dass du nicht versorgst, sondern begleitest.
Wir brechen schließlich auf, um den Stiftungsberg zu bezwingen. Das gute Essen hat wirklich Flügel gemacht, Johann und Alfred scheinen auf einmal Rückenwind zu haben.
Wir radeln nun über March und Neudorf nach Armesreith. Von dort öffnet sich ein herrlicher Blick hinunter ins Stampfental. Und sobald es bergab geht, ist Max nicht zu bremsen. Schneidig prescht er den Weg hinunter, aber auch wir rollen schnell und sicher nach. Der Bach windet sich wunderbar durch das kleine Tal und entlang des Weges ist überall diese Blütenpracht, rosafarbener Nelkenwurz, dann wieder gelbes Greiskraut oder auch weißer Fieberklee. Tiefes Grün umhüllt die saftigen Wiesen und am Rand erheben sich Berge mit ihren wunderschönen Wäldern. Man kann sich kaum sattsehen und doch fährt man weiter, weil genau diese Landschaft einen immer wieder in Bewegung setzt.
Die Sonne strahlt durch die Bäume und wirft zarte Schatten auf unseren Weg. Der Stampfenbach mündet schließlich in die Waldaist. Von jetzt an geht’s auf etwas breiterem, verkehrsarmen Weg entlang des Tals der Waldaist. Der Fluss plätschert über große Steine, macht kleine Strudel und zwischen den Wasserspritzern schimmern weiße Luftblasen. Die Räder laufen dahin und Günther erzählt mir unterwegs vom ersten Kennenlernen dieser tollen Flusstäler. Weiter vorne geht’s dann auch in der Gruppe spürbar lebendiger und schneller weiter
In Reichenstein gönnen sich die ganz Schnellen noch ein kühles Getränk. Dann geht’s weiter zur Pfahnlmühle und schließlich nach Hohensteg. Unsere Wege trennen sich wieder und so endet die heutige Tour nach 76 Kilometern und 1202 Höhenmetern. Was soll ich sagen? Es war wieder einmal eine wunderschöne Reise durch die Täler unseres wunderschönen Mühlviertels. Das Wetter war genau richtig zum Radeln, die Stimmung in der Truppe einfach super, aber Fritz’ Mittag-Menü ist heute eindeutig das Highlight. Nicht nur, weil es so gut geschmeckt hat, sondern weil es sich angefühlt hat wie ein echter Rastpunkt unserer 10 Täler Tour.
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